Oettinger ohne Gentechnik.
Ein Billig-Bier will gut sein

Oettinger Bier: ohne Gentechnik

23. März 2013 | von: Gerd Spelsberg

Oettinger Bier, das ist Kult, aber ein merkwürdiger. Und jetzt kommt es als erstes deutsches  Bier mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel daher. Die Oetti-Fans, wie sich die getreue Gefolgschaft der Marke nennt, nehmen es hin wie alles, wenn es ihr Bier nur nicht teurer macht. Für die Oettinger-Brauerei ist dagegen „Ohne Gentechnik“ äußerst praktisch: Es liftet das etwas heruntergekommene Image, kostet aber nichts außer den nun plötzlich und gegen alle Unternehmensphilosophie grün eingefärbten Kronkorken. Man muss für das Siegel auch nicht die Rohstoff-Lieferanten wechseln. Aber das Billig-Bier wird plötzlich gut und moralisch aufgewertet. Es gibt vor, besser, verantwortungsvoller zu sein als… Mehr 

Der Konflikt um HannoverGen: “Eine einseitige Ausrichtung hätten die Lehrer niemals hingenommen.”

Wiebke Rathje, HannoverGen

14. März 2013 | von: Redaktion

Die neue rot-grüne Landesregierung will das Schulprojekt HannoverGen beenden. Gute Gene, schlechte Gene sprach dazu mit der wissenschaftlichen Koordinatorin des Projekts, Dr. Wiebke Rathje von der Universität Hannover. Redaktion Gute Gene, schlechte Gene: Sie sind wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hannover und Koordinatorin von HannoverGen. Was ist Ihre Aufgabe? Wiebke Rathje: Ich kümmere mich um die Ausstattung der Labore und habe zusammen mit den Didaktikerinnen das Konzept für die Labortage entwickelt. Ich war auch an der Zusammenstellung der Materialen beteiligt. Eine meiner Hauptaufgaben sind die Lehrerfortbildungen mit Einführungen in die molekularbiologischen Techniken. Das alles geschah - und geschieht auch… Mehr 

„Nur Experimentieren im Labor ohne ethische Reflexion – das wäre unverantwortlich.“

Schullabor HannoverGen

14. März 2013 | von: Redaktion

Das Schulprojekt HannoverGen bestehet nicht nur aus molekularbiologischem Experimentieren im Labor. Die Schüler sollen auch mögliche Produkte und Anwendungen der Gentechnik ethisch bewerten. Gute Gene, schlechte Gene sprach dazu mit Prof. Dr. Corinna Hößle, Biologiedidaktikerin an der Universität Oldenburg und bei HannoverGen verantwortlich für den Projektteil "Bewerten". Redaktion Gute Gene, schlechte Gene: Frau Hößle, Sie sind Professorin für Biologiedidaktik an der Universität Oldenburg. Was hat Sie motiviert, bei HannoverGen mitzuarbeiten? Corinna Hößle: Damals kam eine Anfrage aus dem Landwirtschaftsministerium. Ich hatte schon mehr als zehn Jahre zum Thema Gentechnik gearbeitet und einige Erfahrung bei der Entwicklung von Materialien zur Förderung moralischer Urteilsfähigkeit.… Mehr 

Bist Du für oder gegen Gentechnik? Falsche Frage, falsche Politik

paprika-monster

1. März 2013 | von: Gerd Spelsberg

„Das Projekt HannoverGen wird beendet.“ Dieser lapidare Satz aus dem Koalitionsvertrag der neuen rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen ist nicht unwidersprochen geblieben. Vor allem Lehrer und Schüler sind konsterniert, dass einem erfolgreichen, für den naturwissenschaftlichen Unterricht so wichtigen Projekt die Gelder gekappt werden sollen. Die seit Jahren ausgebuchten Labore an den Schwerpunktschulen müssten dann wohl geschlossen werden und ein ausgezeichneter „Ort der Ideen“ würde einfach von der Landkarte gestrichen. Doch inzwischen gibt es Protest und eine online-Petition mit einer Einladung an den neuen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), sich wenigstens „ein eigenes Bild zu machen“, bevor er das Projekt denn tatsächlich beendet. … Mehr 

Seid nicht so neugierig. Niedersachsens Schulen sind jetzt gentechnik-frei

Schülerexperimente, HannoverGEN

13. Februar 2013 | von: Gerd Spelsberg

Rot und Grün haben ihre Koalition in Niedersachsen schnell und geräuschlos ausgehandelt. Wenn nicht noch einer der Abgeordneten bei der Abstimmung bockt, dann wird Stephan Weil Ministerpräsident, der Diplom-Sozialwirt und „Bauernschreck“ Christian Meyer Agrarminister und Niedersachsen „ gentechnik-frei“. Und das bezieht sich nicht nur auf die Felder, sondern auch auf „Schulen und öffentliche Einrichtungen“. Damit ist wohl auch das Schicksal von HannoverGEN besiegelt, ein von der bisherigen Landesregierung gefördertes Projekt, bei dem Schülerinnen und Schüler in Biotechnologielaboren selbständig experimentieren können. Noch 2011 wurde HannoverGEN als „ausgewählter Ort“ im bundesweiten Wettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnet. Doch inzwischen ist der gute Ruf… Mehr 

Genfutter, Tierschutz und Wohlfühl-Marketing

Kühe im Stall, Futter

21. Januar 2013 | von: Heike Baron

Alle Jahre wieder findet die Grüne Woche in Berlin statt, seit 2011 begleitet von der Großdemonstration "Wir haben es satt" gegen "die Agrarindustrie". Tierhaltung und Tierwohl waren dieses Jahr ein Hauptthema. Parallel dazu stellte der Deutsche Tierschutzbund ein Tierschutz-Label für Lebensmittel tierischen Ursprungs vor. Um Fleisch mit diesem Label vermarkten zu dürfen, müssen die Viehhalter unter anderem auf Futter aus gentechnisch veränderten Pflanzen verzichten. Liebe Tierschützer: Was hat das mit dem Wohlergehen der Tiere zu tun? Die Kriterien für das Tierschutz-Label - die deutlich über die gesetzlichen Tierschutzstandards hinausgehen - wurden gemeinsam von Wissenschaftlern, dem Deutschen Tierschutzbund, verschiedenen Fleischerzeugern und… Mehr