Der runde Tisch zur Gentechnik, die Dritte

9. Juni 2010 | von:

Gestern fand in Berlin beim Bundesministerium für Bildung und Forschung der Dritte Runde Tisch zur Gentechnik statt. Verschiedene Vertreter aus Forschung, Industrie, Verbänden und Lobbyorganisationen (Ökoverbände z.B.) kamen zusammen, um mit Frau Ministerin Professor Schavan über Agrarforschung im Kontext der internationalen Zusammenarbeit und der Verpflichtungen gegenüber Entwicklungs- und Schwellenländern zu diskutieren. Und natürlich war die Gentechnik ein Aspekt in diesen Gesprächen.

Der Verlauf der Gespräche erscheint wenig überraschend. Frau Professor Schavan, mit einem ausserordentlich ausgewogenen Standpunkt, will die Gentechnik nicht einfach um ihrer selbst willen ausgeschlossen sehen. Was immer wiederkehrende und unumstößliche Forderung der Ökoverbände ist.

Diese schreiben in einer gemeinsamen Pressemitteilung:

„Forschungsförderung zu Beginn des 21. Jahrhunderts muss deshalb daran ausgerichtet werden, mit welchen Konzepten wir Belastungen stoppen, Ressourcen nachhaltig nutzen und gleichzeitig das Recht auf Nahrung sicher können“, so die Forderung von Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) an Forschungsministerin Schavan anlässlich des dritten „Runden Tisches zur Pflanzengenetik“.

Da frage ich mich, mal wieder, wozu eigentlich des Bundesprogramm ökologischer Landbau da ist, das derzeit jährlich (!) mit satten 16 Millionen Euro vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanziert wird? (Zum Vergleich: alle Projekte der Biosicherheitsforschung des BMBF zusammengenommen kommen über 3 Jahre Laufzeit auf etwa 8 Millionen Euro, also 2,6 Millionen Euro pro Jahr. Der wissenschaftliche Output kann sich sehen lassen und ist international geachtet. Für das Geld im BÖL könnte man die Biosicherheitsforschung also glatt versechsfachen.)

Sollen die denn das da nicht herausfinden? Was machen die in dem Programm?

Zumindest eines: Kupferchloridkristallisation zur Unterscheidung von ökologisch/biodynamisch und konventionell erzeugten Lebensmitteln zu validieren. Diese Methode (kann man das so nennen?), ist pseudowissenschaftlich. Wer darüber und andere interessante Aspekte aus dem Leben von Ehrenfried Pfeiffer und seinen Zöglingen erfahren möchte, der lese mal “Der Untergang des Hauses Rascher”.

Sicherlich gibt es auch vernünftige Menschen im BÖL, mit vernünftigen wissenschaftlichen Projekten. Der BÖLW tut allerdings so, als gäbe es nahezu keine Forschungsförderung im Bereich “alternative Produktionssysteme”, und das stimmt, wenn man die Zahlen betrachtet, ganz offensichtlich nicht.

Da sollten die schon ehrlich bleiben, vor allem, wenn man die Zahlen so einfach im Internet nachprüfen kann…

Kommentare

  1. Dr. Thomas Goldhammer sagt: 30. Juni 2010

    Wie das ZDF mit Greenpeace zusammen arbeitet, kann man unschwer an folgendem Vermerk sehen, soviel zur journalistschen Unabhängigkeit.

    Anhörung am 11.05.2009 zur Biopatentrichtlinie im Deutschen Bundestag

    Wie immer standen Verwaltungsangestellte am Eingang mit den Listen, in die sich Besucher eintragen. Wortführer war ein grauhaariger Herr mit Zopf. Es kam ein Fernsehteam vom ZDF und fragte, ob es hineingehen und Bilder machen könnte. Der Herr wollte dies klären. Dann kam die Frage, ob sie auch, wie mit einem Redner vereinbart, dessen Beitrag aufnehmen dürften. Dies wurde erlaubt.
    Sie haben dann gezielt die Ausführungen von Dr. Christoph Then, bis vor einiger Zeit Referent bei Greenpeace, (jetzt eigenes Büro, aber weiterhin gegen grüne Gentechnik) aufgenommen und sind dann gegangen.

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