Hassknecht und Mendel

10. Mai 2012 | von:


Wer Gernot Hassknecht nicht kennt, sollte sich zunächst einmal das anschauen!

Ich bin ein großer Fan von Gernot Hassknecht. Manchmal würde ich auch gerne so an die Decke gehen und die Wahrheit aussprechen, aber ich weiß schon, damit kommt man nicht weiter, das verhärtet die Fronten und stößt die Mitmenschen vor den Kopf. Aber wisst Ihr was? Heute ist mir das xxxxxxegal! Denn einmal wieder wird von Xxxxxxxxxxx, die im Biologieunterricht entweder nix verstanden oder geschlafen haben bzw. überfordert waren, danach alle Naturwissenschaften abgewählt und Sozpäd studiert haben, um sich dann Agrarexperte zu nennen, behauptet, dass der Mais in Mexiko gefährdet sei.

Da krieg ich echt Plack! Jetzt nochmal für die Langsamen an einem Beispiel: Wenn ich eine wertvolle alte Hunderasse wie den Bordercollie mit einem gentechnisch veränderten Pudel kreuze, dann sind die Nachkommen keine Bordercollies (und auch keine Pudel) mehr und die Rasse ist, wenn man es bei allen Tieren durchgehend so macht, verloren und nur durch langwierige Inzucht und Selektion wieder herzustellen. Dabei ist das Fremdgen das kleinste Problem, denn gemäß der Mendelschen Spaltungsregel sind bei Hemizygotie bereits die Hälfte aller Borderpudel der ersten Generation gentechfrei, bei Homozygotie muss man halt noch eine Generation länger warten. Wenn ich die Bordercollies mit nicht gentechnisch veränderten Pudeln kreuze, ist die Rasse genauso verloren wie oben, und das Entwirren der vermischten DNA dauert genau gleich lange wie beim Gentech-Borderpudel. Nun ersetzt einfach „Bordercollie“ durch „mexikanische Mais-Landsorte“ oder „alte Weizensorte“ und „Pudel“ durch „MONirgenwas“, „andere wilde Maissorte“ oder „andere alte Weizensorte“. Und? Ist der Groschen gefallen? Nein? Dann ersetzt noch die X durch beliebige Wörter aus dem Video oben, Ihr Xxxxxxxxxx … jetzt kommt das ZDF-Störbild.

Weitere Links zu Seiten, deren Autoren Probleme mit dem Verständnis von Mendel haben:

IG Saatgut: “Gentechnik-Risiken

Gen-ethisches Netzwerk: Kein kurzer Prozess

Umweltinstitut: Rettet die Genbank Gatersleben! Ährensache ohne Gentechnik!

Greenpeace: Kein US-Gen-Mais nach Mexico

Bündnis Gentechnikfreies Hohenlohe: Apell…: Halten Sie Mexiko gentechnikfrei

Evangelische Akademie Bad Boll: “Die mexikanische Gen-Maiskontroverse” von P. Clausing

Domradio: Mythos Mais

 

 

 

Kommentare

  1. Amflora sagt: 13. Mai 2012

    Wer schreibt eigentlich den indigenen Völkern vor, daß sie die alten Landrassen zu mögen haben. Vielleicht hätten sie ja auch lieber moderne Hybride mit hohem Ertrag.

    Vor 40 Jahren war Mais in Mitteleuropa noch ein Exot. Heute scheint es in manchen Gegenden nichts anderes mehr zu geben. Offenbar ist es für die Landwirte attraktiv. Ich mag nicht so recht glauben, daß man in anderen – wesentlich ärmeren – Teilen der Welt unbedingt an dem festhalten möchte, was man seit Jahrtausenden macht und kein Interesse an Neuem hat.

  2. Sebastian Fettig sagt: 14. Mai 2012

    Es stimmt auf jeden Fall, dass in vielen Fällen neue Sorten schnell und gerne genommen werden wie z.B. die RoundupReady Sojabohne, die bereits durch dunkle Kanäle nach Brasilien gesickert war noch bevor es dort überhaupt eine Gesetzgebung dafür gab. Aber egal ob alte oder neues Sorten angebaut werden, der Genpool der alten Sorten ist in jedem Fall etwas Erhaltenswertes. Nur muss man eben dann schauen, dass man diese Sorten in eine Genbank einpflegt und dort erhält, bevor ein Bantam-Pollen einkreuzt.

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