Indien und die Baumwolle: Zurück zu den Landsorten, aber mit Gentechnik.

30. Juli 2012 | von:

baumwolle

Die Gentechnik-Kritiker können sich nicht von ihren Mythen trennen.

Es ist lange her, dass ich zum diesem Blog etwas beigetragen habe. Dies lag allerdings nicht daran, dass es dazu nicht genügend „Aufreger“ oder andere Gelegenheiten gegeben hätte. Schlicht und einfach liegt es daran, dass ich mich seit Februar beruflich verändert habe und nun neben dem neuen Job, einigen noch abzuarbeitenden Verpflichtungen aus meiner Zeit an der RWTH Aachen und anderen privaten Dingen recht wenig Zeit finde.

Der (Des)Informationsdienst (keine) Gentechnik hat es aber mal wieder geschafft. Da kann ich einfach nicht ruhig bleiben, sondern muss am späten Abend nach einem langen Arbeitstag nochmal den Laptop nehmen und etwas schreiben.

Es geht –  und das hat mich besonders motiviert – mal wieder um Bt-Baumwolle und Indien. Dieses Thema ist besonders interessant und hatten wir ja auch früher schon mal. Die Geschichte, die vom (Des)Informationsdienst  seit Jahren und immer wieder verbreitet wird, ist diese: Die armen Bauern in Indien wurden von Monsanto verführt/überredet/gezwungen, dessen Bt-Baumwolle anzubauen, obschon diese a) nicht nachhaltig, b) nicht an die örtlichen Bedingungen angepasst, c) viel zu teuer, d) viel zu unzuverlässig ist und e) nicht die versprochenen Erträge und Wirksamkeit liefert. Deswegen hätten sich schon Hunderttausende arme, durch Bt-Baumwolle in eine Schuldenspirale geratene indische Kleinbauern das Leben genommen.

Auch wenn das mit den Selbstmorden schon lange widerlegt ist (siehe Mythen und Legenden Teil 3), so wird an den anderen Geschichten weiterhin festgehalten. Studien der Universität Göttingen, die belegen, dass Kleinbauern in Indien durchaus vom Einsatz der Bt-Baumwolle profitiert haben und das immer noch tun, werden als „gekauft“ diskreditiert. Auch die letzten Meldungen des (Des)Informationsdienstes gehen in die gleiche Richtung. Am 24.07.2012 meldete er unter dem Titel „Indien: Abkehr von der Gentech-Baumwolle“, dass der Landwirtschaftsminister der Region Maharashtra die staatlichen Universitäten beauftragt habe, nach einem Ersatz für Bt-Baumwolle zu suchen. Die Kosten seien immens gestiegen, die Profitabilität des Anbaus von Bt-Baumwolle stark gesunken. Ein hoher Beamter des Landwirtschaftsministeriums, so der Informationsdienst,

„[weise] dabei auf eine andere Realität in seinem Land hin als eine unlängst viel diskutierte Studie, wonach der Ertrag indischer Baumwollproduzenten gestiegen sei. Die oft als „die deutsche Studie“ bezeichnete Untersuchung eines Teams der Universität Göttingen war von verschiedenen Seiten wegen ihrer Unausgewogenheiten und der veralteten Zahlen kritisiert worden.“

Und weiter:

„Auch der Direktor des Zentralinstituts für Baumwollforschung, Keshav Kranthi zeigte sich angesichts des Fokus auf Gentech-Baumwolle besorgt. In Maharashtra bauen mehr als zwei Millionen Landwirte Baumwolle an, und zwar fast ausschließlich gentechnisch Veränderte: „In ganz Maharashtra dominiert die hybride Baumwolle, was kein gutes Zeichen ist. Unsere Böden sind für anspruchsvolle Hybride nicht geeignet und deswegen gab es immer Bedarf an Alternativen, die den Druck auf die Bauern verringern.“

Und dann kommt wieder das Argument mit den Selbstmorden:

„In der letzten Zeit gab es immer wieder Berichte über Selbstmorde von indischen Kleinbauern, die gentechnisch veränderte Baumwolle anbauten. Die ohnehin schwierige Lage der Landwirte, die mit Dürren und fehlenden Sicherungssystem zu kämpfen haben, wird durch den Einsatz der Gentechnik noch verschärft. Viele sind auch aufgrund der steigenden Ausgaben für Pflanzenschutzmittel und wegen der Lizenzgebühren, die die Herstellerunternehmen der Gentech-Pflanzen jedes Jahr verlangen, hoch verschuldet.“

Man erinnere sich, dies kann als widerlegt angesehen werden, zumindest sind die Gründe vielschichtiger und komplexer. „In der letzten Zeit“ stimmt darüber hinaus schon mal gar nicht. Die Narration von den Selbstmorden der indischen Kleinbauern durch Bt-Baumwolle stammt aus den Anfängen des Anbaus dieser Pflanzen. So wurde im Jahr 2005 im US Fernsehen in der Sendung „Frontline“ ein Beitrag des Journalisten Chad Heeter gezeigt, der eine Verbindung zwischen den Selbstmorden und der Bt-Baumwolle herstellte. Doch bereits ein Jahr zuvor, am 5. April 2004, veröffentliche Vandana Shiva zu diesem Thema. Wie sie schreibt, begann die ganze Tragödie bereits 1997 (oder früher, und wurde erst dann wirklich bemerkt). „In der letzten Zeit“ heißt also, „wiederholt seit 8 Jahren“.

Verlinkt als Originalquelle für den (Des)Informationsdienst ist dieser Artikel der Times of India. Dort wird tatsächlich beschrieben, dass die Profite der Landwirte gesunken sind. Was zunächst einmal heißt, dass sie damit tatsächlich Profite gemacht haben müssen – was meinem Verständnis nach erst mal auch bedeutet, dass das Argument mit der Verschuldung nicht so ganz stimmen kann.
Auf 99 Prozent der Fläche wird Bt-Baumwolle angebaut – was allein aus Resistenzmanagementgründen nicht wirklich gut und sinnvoll ist. Es sei denn, die 99 Prozent würden sich aus Bt-Baumwolle mit unterschiedlich wirkenden Bt-Proteinen gegen dieselben Schädlinge beziehen, was aus dem Artikel allerdings nicht zu entnehmen ist.

Der Landwirtschaftsminister habe Universitäten dazu aufgefordert, profitablere Alternativen zu Bt-Baumwolle für die Landwirte zu entwickeln („to develop alternatives to Bt cotton to make cotton a more profitable venture for farmers”). Also, der Profit, den Bt-Baumwolle abwirft, scheint nicht mehr ausreichend oder gut genug zu sein. Dies wird darauf zurückgeführt, dass die Kosten für Dünger und Pestizide gestiegen sind. Hinzu kommt, dass die Erträge  in Maharashtra wegen der dortigen klimatischen Bedingungen weiterhin auf einem niedrigen Niveau verharren („the input costs in the form of fertilizers and pesticides have gone up manifold and it is no longer a sustainable crop, especially in the rain-fed or dry-land areas of the state like Vidarbha and Marathwada“). Das Problem liegt darin, dass die Baumwolle viel Wasser braucht, das sie allein durch den Regen nicht in ausreichendem Maße bekommt („due to failure of the crop which is largely dependent on rains“).

Auch hier finden wir den Direktor des Zentralinstituts für Baumwollforschung Keshav Kranthi wieder:

„Entire Maharashta has gone under hybrid cotton which is not a good sign. Our soils are not suited for high input intensive hybrids …”.

Er argumentiert weniger mit der gentechnischen Veränderung der Baumwolle, als vielmehr mit dem Umstand, dass es sich dabei um anspruchsvolle Hybridsorten handelt, für die der Boden nicht geeignet sei.

Den letzten Teil der Meldung hat der (Des)Informationsdienst unterschlagen:

„No complete ban being planned: The state agriculture commissioner Umakant Dangat clarified that the state government was not contemplating a complete ban on Bt cotton.”

Dies hat mich dazu verleitet, doch ein wenig mehr zu recherchieren. Zumal ich mit dem Begriff „desi cotton“, der in dem Artikel auftaucht, nichts anfangen konnte. Ich stieß daraufhin auf diesen Artikel, in dem anschaulich geschildert wird, wo das Problem liegt: in Indien wurde der Baumwollanbau quasi „erfunden“. Über die Jahrtausende wurden spezielle Sorten entwickelt, die mit den besonderen Anforderungen, insbesondere den nicht vorhersagbaren Regenfällen, gut klar kamen. Als dann die Britten das Land unterwarfen, ließen sie die aus ihrer amerikanischen Kolonie stammenden Baumwollsorten anbauen, die auch gut zu bearbeiten waren und Ertrag brachten. Die eingesessenen Sorten wurden langsam verdrängt und letztlich einige Jahrhunderte später nach diesem Muster auch Bt-Baumwolle eingeführt (natürlich auch auf Basis der amerikanischen Baumwolle). An der Geschichte mit den nicht angepassten Sorten ist also was dran. Mit Gentechnik oder nicht-Gentechnik  hat das aber gar nichts zu tun.

Interessant finde ich auch noch folgende Aussage:

“We can reintroduce our own varieties with integration of Bt into it, after conducting field trials,” said CICR director Keshav Kranthi.”

Das hört sich jetzt nicht so an, als würde der Direktor des CICR Bt-Baumwolle für eine schlechte Idee halten. Nur eben die hybriden Hochleistungssorten als genetischer Hintergrund sollten es nicht sein. Stattdessen die angepassten alten Landsorten, aber eben mit Bt! Auch in diesem Artikel heißt es klar, dass die hybride Bt-Baumwolle nicht geeignet sei für die speziellen Bedingungen in manchen Regionen. Dem kann ich gar nicht widersprechen, denn es ist eine Binsenweisheit, dass man Sorten anbaut, die an die lokalen Bedingungen angepasst sind.

Kommentare

  1. torben hoffmeister sagt: 31. Juli 2012

    Die Beispiele für die typische bias-Berichterstattung des (Des)informationsdienstes Gentechnik ließen sich um eine weitere aktuelle Meldung fortsetzen: „Superinsekten – Im Labor harmlos, auf dem Feld verheerend”. Mit solchen Schlagzeilen und den dazugehörigen Ausführungen bedienen sie schließlich ein Klientel, für das von vornherein feststeht, dass Gentechnik in Pflanzen eine üble Sache ist. Dazu passt auch der letzte Satz, der in der Szene wohl zum Aufschrei führen soll: “Für Agrochemiekonzerne wie Monsanto ist das – zumindest in der Außendarstellung – alles nur halb so wild. Die Bauern müssten eben mehr Pestizide einsetzen.”
    Und was steht in der zitierten Pressemitteilung ?”:
    „Graham Head, head of global insect resistance management at Monsanto, a promoter of Bt cotton seeds, told SciDev.Net that the early detection of resistance is an important goal. But he added that Zhang’s study does not establish a direct relationship between these new genetic mechanisms and larvae’s true ability to survive in cotton fields.“
    http://www.scidev.net/en/agriculture-and-environment/gm-crops/news/gm-crop-efficacy-may-be-jeopardised-by-pest-mutations-1.html
    Der sog. Informationsdienst hat sich den Zusatz Des- also redlich verdient.
    Gerade Monsanto und andere Firmen, die ihr Geld mit Bt-Pflanzen verdienen (Syngenta, Dow Agro Sciences) sind an solchen Ergebnissen hoch interessiert, geben sie doch Informationen darüber, wie die Produkt-Lebensdauer und damit der Profit am längsten aufrecht erhalten werden kann. Einen interessanten Artikel zu den dafür ergriffenen Maßnahmen wie IRM (insect resistance management) und einen Ausblick auf weitere Strategien wie RIB (refuge in the bag) findet man hier:
    http://www.landesbioscience.com/journals/gmcrops/2012GMC0001R.pdf
    Und zum (nicht zugegebenen) Ärger des (Des)informationsdienstes funktioniert das Geschäftsmodell nach wie vor.

  2. Stefan Rauschen sagt: 1. August 2012

    Gerade diesen Blogeintrag gefunden: http://acorn.nationalinterest.in/2006/07/02/vidarbha-whodunit/
    Lesenswert, wie tiefgehend die Probleme wirklich sind! Aber Hauptsache, man kann GVO die Schuld in die Schuhe schieben.

  3. sven sagt: 8. August 2012

    Sorry dass ich mich hier als Nicht Agrotechnik kundiger Mensch melde. Aber in dem Artikel gehts ja holterdipolter drunter und drüber? Wenn die Inder “ihre alten Sorten” – also die Ortstauglichen – mit bt nachrüsten wollen – das dürfte Stefan Rauschen doch freuen? Arundhati Roy freut sich darüber sicher nur zum Teil. Wenn der Landwirtschaftsminister in Indien zur Entwicklung profitablerer Sorten aufruft, dann vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit – entnehme ich den von ihnen gegoogelten Fakten. Aptopos Fakten: zur Finanzlage der dort wirtschaftenden Kleinbauern sind sicher schwer Informationen zu beschaffen. Dazu müsste man mal ne Marktanalyse anhand staatlicher Zahlen zum potenziellen Einkommen der Landwirte machen. Jetzt wo sie nicht mehr nur an der Uni tätig sind, werden sie bestimmt erfahren haben, wie man Margen kalkuliert. Sorry, das ist nur eine Vermutung. Wie uns schon der Club of Rome mitgegeben hat: Wachstum ist endlich. Profitgier nicht. Persönlich trage ich leiber 2nd Hand Baumwolle, wegen der Pestizide. Peace again

  4. Stefan Rauschen sagt: 14. August 2012

    @sven: wie man margen berechnet, war mir vorher klar. an der uni zu sein bedeutet nicht, unfähig zu sein, über den tellerrand zu schauen und sich in seiner freizeit mit anderen sachen zu beschäftigen…

    auch hier gilt wieder: differenziert betrachten. wenn alle landwirte in indien verluste mit GV saatgut machen würden, dann wäre es dort nicht so verbreitet. dann hätte es nicht einen bedeutenden schwarzmarkt gegeben.

    was die sorten angeht: klar müssen lokal angepasste sorten verwendet werden. dafür muss natürlich gesorgt werden. es scheint fast so, als gäbe es keine landwirtschaftlichen berater in indien (was nicht verwundern würde, denn in dem land liegt einiges im argen).
    was nachhaltigkeit angeht müssen wir erkennen, dass landwirtschaft nie wirklich nachhaltig sein kann. da werden immer stoffe aus dem boden entzogen, es wird immer wasser verbraucht. wenn eine bestimmte menge an nahrungsmitteln produziert werden muss, dann hat das nunmal auch ökologische konsequenzen. das bleibt bei 7 milliarden menschen nicht aus.

    die frage ist, wie nachhaltigkeit gesteigert werden kann. und da kann die gentechnik durchaus zu beitragen. auch wenn die ökos das nicht wollen.

  5. sven sagt: 23. August 2012

    Hallo Herr Rauschen, ihre Aufforderung zur differenzierten Betrachtung erscheint mir unangebracht – und wirkt daher wie ein steifer Zeigefinger, der in erhobenem Zustand hin und her geschwenkt wird. Unsachliche Bemerkungen – Das turnt ab, wie sie sicher gerade bmerken? Was haben sie denn beobachtet, wenn sie von einem Schwarzmarkt schreiben? Dass indischen Baumwollbauern auf bt Sorten angefixt wurden und Beschaffungsprobleme haben? Noch einmal kurz zu meinem Beitrag: die “ortstauglichen Sorten” zu optimieren ist Bestrebung eines jeden Landwirtes. Ob die Gentechnik das geeignete Mittel ist erscheint dabei fragwürdig, da ein Geschäftsmodell das auf patentierten “Lebewesen” beruht offenbar Probleme hervorruft. Dies ist noch nicht lange mögloch, vielleicht gewöhnen wir uns ja irgendwann alle daran. Aktuell jedoch – wie stehen sie eigentlich zu diesem Geschäftsmodell? Was ich, wie bereits vorher, konkret zu bedenken geben möchte ist der Einfluss des wirtschafltichen Rahmens auf das Leben der hier thematisierten Landwirte. Es muss ein tragfähiges Geschäftsmodell sein, muss funktionieren (können), im Sinne der Gesellschaft, global betrac htet sogar im Sinne der Menschheit – auch wenn das sehr groß klingt. Aufgbae und Ziel von Wirtschaft ist die effektiv organisierte Alimentation der Menschen in jeglicher Hinsicht. Der wirtschaftlichen nutzugn von bt Pflanzen liegt ein BusinessPlan zugrunde, der offenbar nur einseitig funzt, da ja immer neue indische Landwirte nachwachsen müssen um das Modell am laufen zu halten. Täten sie das nicht (die lieben LandarbeiterInnen), wäre die Handelsbilanz unausgeglichen und die lieben Saatguthändler würden die Landarbeiter besser pflegen (müssen), da sie sonst ihrem Geschäftsziel an diesem Ort der Welt nicht nachkommen können. Diese bt Story sollte nicht zu isoliert betrachtet werden, wenn das mit den suizidalen Baumwollbauern tatsächlichThema ist. Glück auf!

  6. Stefan Rauschen sagt: 24. August 2012

    @Sven: wenn Du das als “erhobenen Zeigefinger” aufgefasst hast, zieh Dir den Schuh ruhig an. So war das nicht gemeint. Es war vielmehr ein Apell an alle – auch an mich selbst – und eine Feststellung. Denn zu gerne werden bei GVO Geschichten Vereinfachungen und Verallgemeinerungen herangezogen, die nicht helfen.
    Denn die Welt ist nunmal nicht schwarz-weiss.

    Patente auf Leben halte ich für vollkommen falsch. Wobei man auch hier differenzieren muss, man muss sich schon genau anschauen, WAS patentiert wird.
    Eine natürliche Gensequenz oder ein natürliches Protein zu patentieren finde ich, sollte nicht gehen. Das wurde ja quasi “bereitgestellt”, und nur, weil man herausgefunden hat, was das kann, sollte das nicht für ein Patent reichen.
    Schutz an geistigem Eigentum sollte aber sein: wenn ein Pflanzenzüchter über Jahre sein Gehirnschmalz und seine Erfahrung in die Entwicklung einer neuen Sorte gesteckt hat, dann muss sich das auch irgendwie im Ergebnis widerspiegeln. Bei uns läuft das über den Sortenschutz, und das ist – gerade wegen der dort festgeschriebenen “Ausnahmen” – ein sehr gutes System.
    Leider halten sich viele Landwirte nicht an die mit dem Kauf von Z-Saatgut einhergehenden Regeln. Daher ist das mit den Nachbaugebühren so ein Problem.

    Landwirtschaft muss vieles leisten: es soll Menschen erstmal ernähren. Es soll aber auch darüber hinaus Einkünfte generieren – denn sonst bleiben Subsistenzbauern Subsistenzbauern, deren Kinder nie eine Chance haben, eine Schule von innen zu sehen, geschweigen denn dort etwas zu lernen.
    Je produktiver die Landwirtschaft ist, desto mehr Menschen können etwas anderes machen: Wissenschaft betreiben, Bücher schreiben, Philosophieren, oder Aktivist sein.
    Wenn wir über das Stadium der Subsistenzlandwirtschaft nicht hinausgekommen wären, dann gäbe es uns heute alle in dieser Form nicht.
    Und ich finde, die Mitmenschen in anderen Ländern der Welt haben es genauso verdient, wie jene in den Industrieländern, sich ihrem Potential und ihrem Interesse nach zu entfalten – und sollten nicht gezwungen sein, ihr Leben lang Ackerbau zu betreiben, weil irgendwelche intellektuelle Eliten (seien sie jetzt in Hamburg, oder in Neu Delhi) das so “schöner” finden.

  7. hans peter sagt: 26. Mai 2013

    soeben bin ich auf diesen blog gestossen und finde die auseinandersetzung genug aufregend einen kommentar abzugeben; es sit eine traurige tatsache dass in indien wo früher einmal über 75%der weltweit produzierten biobaumwolle ( am welt baumwollmarkt beträgt der biobaumwollanteil 1%) zusammen gebrochen ist. Angeblich würden noch 64% biobaumwolle in indien produziert, doch man findet keinen biobaumwollsamen wenn man diese samen mit zertifikat gekauft, analysieren lässt und genau dies ist nun mal der verdienst von monsanto. wenn ich als konsument und landwirt auf biobaumwolle setze, aus innerer uebrzeugung die sie herr rausch vermutlich nicht nachvollziehen können, dann nenne ich dies kriminelle machenschaften, man beraubt mich wie auch andere überzeugte der möglichkeit der freien wahl.

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