Mythen und Legenden (Teil 2)…

26. Juli 2011 | von:

Ich hatte es bereits angekündigt: einige Beiträge schlummern in Ordnern vorbereitet auf meiner Festplatte. Heute stelle ich einen davon ein, den ich persönlich besonders wichtig finde. Geht es doch um den “Fall Percy Schmeiser”, der zumindest bei uns in Deutschland zum Paradebeispiel des Kampfes “David” (einfacher traditioneller Landwirt) gegen “Goliath” (multinationaler Biotechnologie Konzern) geworden ist.

In Kanada selbst, wo auf rund 95% der Rapsanbaufläche Herbizid-tolerante Sorten angebaut werden (sowohl gentechnisch veränderte, als auch konventionell gezüchtete), spielt dieser Fall in der öffentlichen Wahrnehmung gar keine große Rolle mehr (so erzählte mir das ein kanadischer Kollege, den ich per glücklichem Zufall auf einer Tagung in der Türkei kennenlernte).

Hierzulande wird die Geschichte aber wie folgt erzählt: Schmeiser wurde von Nachbarn verpfiffen, weil er gentechnisch veränderten Raps mit Toleranz gegen das Spritzmittel RoundUp anbaute, der durch Patente von Monsanto geschützt war, ohne diesen jemals gekauft und damit einen Vertrag hierüber mit Monsanto Canada geschlossen zu haben. Oder aber, die „Saatgutpolizei“ von Monsanto Canada schlich sich direkt heimlich auf seine Felder, um zu prüfen, was er da anbaute. Wie auch immer, Monsanto Canada findet auf seinen Felder tatsächlich Raps, der durch Patente geschützt ist, und zitiert Schmeiser deswegen vor Gericht.

Schmeiser allerdings ist Opfer der Auskreuzung von Nachbarfeldern oder von verwehtem Saatgut geworden. Niemals hat er das Saatgut selbst ausgepflanzt, er hat ja seine eigene Sorte entwickelt (seit über 50 Jahren, wie er gerne erzählt). Außerdem verwendet er ja kein RoundUp, was soll er also mit dem gegen dieses Spritzmittel toleranten Raps anfangen? Und natürlich wusste er nichts davon und ihm wurde der Rechtsstreit von Monsanto Canada aufgezwungen. Klar musste er sich wehren, steht doch die Freiheit aller Bauern auf dem Spiel.  Nachzulesen etwa hier auf Deutsch, oder auch auf seiner Homepage.

Doch was ist dran an dieser Geschichte? Wo liegen die Fakten, wo fangen Mythen und Legenden an?

Im Internet findet man die Gerichtsakte vom Prozess und auch vom anschließenden Berufungsprozess wo in vielen Einzelpunkten der bisherige Verlauf des Prozess nochmals aufgerollt und die Hintergründe dargestellt und analysiert werden. Das Ganze ist in Englisch, daher werde ich hier einige Passagen, die mir erhellend erscheinen, im Original zitieren und dann selbst zumindest in Teilen übersetzen. Vielleicht können wir uns damit den Hintergründen der Geschichte nähern. Ich beziehe mich dabei auf die Einzelpunkte in der Akte des Berufungsprozesses, weil diese Entscheidung in einer höheren Instanz gefällt wurde und auch eine Prüfung des vorherigen Prozesses beinhaltet. Ich zitiere dabei den numerierten Unterpunkt aus der Entscheidung, damit man das unter dem Link oben nochmal selbst nachlesen kann, und übersetze den Abschnitt dann direkt dahinter.

Zunächst hält das Berufungsgericht fest:

[19] Mr. Schmeiser testified that he avoids tilling potentially diseased plants back into the ground in fall, thus reducing the risk of disease infecting the next crop. He sometimes grows canola in the same field for a period of up to four years (referred to as back-to-back planting) because he believes this makes more efficient use of fertilizer applied to that field. Mr. Schmeiser believes that his farming practices have led to the development of his own strain of canola that is relatively resistant to various diseases. He said that he produces better than average canola yields for the Bruno area.

Herr Schmeiser hat ausgesagt, dass er das Unterpflügen möglicherweise kranker Pflanzen zu vermeiden versucht, um das Risiko, die Folgekultur zu infizieren, zu verringern. Manchmal baut er Raps auf demselben Feld über eine Periode von bis zu vier Jahren an (sogenannte Monokultur), weil er glaubt dies mache effizienteren Gebrauch der auf dem Feld ausgebrachten Dünger. Herr Schmeiser glaubt, dass seine Anbaupraktiken zur Entwicklung seiner eigenen Rapssorte geführt haben, welche relativ resistent gegen eine Reihe von Krankheiten ist. Er sagt, er produziere überdurchschnittliche Rapsernten für die Region um Bruno.

[20] Mr. Schmeiser also testified that he uses various herbicides and routinely uses Roundup to clear weeds from summerfallow fields or along road allowances adjacent to his property. He prefers to spray his fields for weeds early in the spring, before planting. Roundup is not intended to be used that way. Rather, it is intended to be sprayed after the crop has emerged, a practice referred to as “in-crop spraying”. Mr. Schmeiser does not favour in-crop spraying. His view is that in-crop spraying does nothing to stop the weeds from consuming fertilizer in the ground, and entails some risk of damage to the crop from the spraying machinery. He also testified as to his belief that Roundup sprayed on a growing crop leaves a residue that kills bacteria in the soil, reducing the yield from back-to-back planting and increasing the possibility of root diseases in canola.

Herr Schmeiser hat zudem ausgesagt, dass er verschiedene Herbizide verwendet und regelmäßig RoundUp verwendet, um Unkräuter auf Sommerbrachen oder entlang von an seinen Besitz angrenzenden Straßenrändern zu entfernen. Er bevorzugt es, seine Felder wegen Unkräutern früh im Frühjahr zu sprühen, vor der Aussaat. RoundUp ist nicht gedacht, auf diese Weise benutzt zu werden. Vielmehr ist es dazu gedacht, nach dem Auflaufen der Kultur versprüht zu werden, eine Praxis, die Nachauflaufbehandlung genannt wird. Herr Schmeiser mag die Nachauflaufbehandlung nicht. Seiner Ansicht nach hält diese nicht die Unkräuter davon ab, den Dünger aus dem Boden zu verwenden, und bringt ein Risiko des Schadens für die Kultur auf Grund der zum Sprühen verwendeten Geräte mit sich. Er sagte zudem bezüglich seiner Auffassung aus, dass RoundUp im Nachauflauf versprüht Rückstände hinterlässt, die Bodenbakterien töten, was den Ertrag der Monokulturanpflanzung reduziert und die Möglichkeit von Wurzelkrankheiten im Raps erhöht.

[21] In 1996, there were five growers in the Rural Municipality of Bayne who grew Roundup Ready Canola under license. One was Mr. Huber, who grew Roundup Ready Canola on a field north and west of, and diagonally adjacent to, Schmeiser field 6. In that year Mr. Schmeiser had a total of 370 acres of canola planted in all or part of the Schmeiser fields 1, 4, 6 and 7. In 1997, a total of 780 acres of canola were planted in all or parts of six Schmeiser fields (that is, all of them except fields 4, 7 and 9). Mr. Schmeiser testified that he believed that field 2 was planted with canola seed saved in 1996 from fields 1 and 6.

Hieraus möchte ich mal nur die Zahlen herausnehmen: im Jahr 1996 pflanzte Schmeiser auf rund 150 Hektar Raps an, im Jahr 1997 sogar auf rund 315 Hektar. Zu dieser Zeit gab es in der Gegend fünf Landwirte, die RoundUp Ready Raps anbauten, auch auf Flächen, die an Schmeisers angrenzten. Umgerechnet habe ich die Flächenangaben im Web.

Jetzt kommen einige Paragraphen, die meiner Auffassung nach sehr erhellend sind, und so gar nicht mit dem übereinstimmen, was er hier in Deutschland auf seinen Tourneen erzählt:

[22] In late June or early July of 1997, Mr. Schmeiser and his employee Carlyle Moritz hand sprayed Roundup around power poles and in the ditches along the Bruno road where it bordered fields 1, 2, 3 and 4. This was part of his normal weed control practice. Several days after the spraying, he noticed that a large number of canola plants had survived the spraying. To determine why the canola plants had survived the Roundup spraying, Mr. Schmeiser conducted a test in field 2. Using a machine sprayer set to spray 40 feet, he sprayed Roundup on a section of field 2 in a strip along the road. He made two passes, the first weaving between and around the power poles and the second adjacent to the first pass, parallel to the power poles. He testified that by this means he sprayed a good three acres of field 2. According to Mr. Schmeiser’s evidence, after some days, approximately 60% of the canola plants sprayed were still alive, growing in clumps that were thickest near the road and thinner as one moved into the field.

Im späten Juni oder frühen Juli 1997 versprühten Herr Schmeiser und sein Angestellter Carlyle Moritz RoundUp per Hand um Strommasten und in Gräben entlang der Straße nach Bruno, wo diese an die Felder 1, 2, 3, und 4 angrenzt. Dies war Teil seiner normalen Unkrautbekämpfungsmaßnahmen. Mehrere Tage nach dem Versprühen stellte er fest, dass eine große Anzahl an Rapspflanzen die Anwendung überlebt hatte. Um festzustellen, warum die Rapspflanzen die Anwendung von Roundup überlebt hatten, führte Herr Schmeiser einen Test in Feld 2 durch. Mit einer Sprühmaschine einer Breite von 40 Fuß versprühte er RoundUp auf einem Teil von Feld 2 entlang der Straße. Er machte zwei Überfahrten, die erste zwischen und um Strommasten herum, die zweite entlang der ersten, parallel zu den Strommasten. Er sagte aus, dass er auf diese Weise einen guten Hektar von Feld 2 behandelt hatte. Herrn Schmeisers Beweismaterial zufolge, nach einigen Tagen, waren etwa 60% der behandelten Rapspflanzen noch am Leben, in Gruppen wachsend, dichter in der Nähe der Straße, weniger dicht wenn man ins Feld hineinging.

[23] At harvest time in 1997 Mr. Schmeiser, who was then recovering from a leg injury, instructed Mr. Moritz to swath and combine field 2. Mr. Moritz did so, harvesting the canola in the field as well as the surviving canola along the roadside. The harvested seed was put into the box of a 1962 Ford pickup truck. The box was covered with a tarp and the truck with its tarped load of canola seed was stored in one of Mr. Schmeiser’s buildings over the winter.

Zur Ernte 1997 instruierte Herr Schmeiser, der sich gerade von einer Beinverletzung erholte, Herrn Moritz das Feld 2 zu mähen und zu dreschen. Herr Moritz tat dies, und erntete den Raps vom Feld sowie den überlebenden entlang der Straße. Das Erntegut wurde in eine Box eines 1962 Ford Pickup Trucks getan. Die Box wurde mit einer Plane abgedeckt und der Truck mit seiner abgedeckten Ladung von Rapssamen wurde in einem von Herrn Schmeisers Gebäuden über den Winter eingelagert.

[24] Mr. Schmeiser testified that in the spring of 1998 the seed from the Ford truck was transferred to another truck and taken to the Humboldt Flour Mill for treatment, a normal process to rid the seeds of disease before planting. The treated seed, mixed with untreated seed from his granary (“bin-run seed”), was planted in all or part of each of his nine fields, for a total of 1,030 acres.

Herr Schmeiser sagte aus, dass im Frühjahr 1998 das Saatgut aus dem Ford Truck auf einen anderen Truck umgeladen und zur Humboldt Mehlmühle zur Behandlung gebracht wurde, ein normaler Prozess, um das Saatgut vor der Aussaat von Krankheiten zu befreien. Das behandelte Saatgut, vermischt mit unbehandeltem Saatgut aus seinem Silo, wurde dann auf allen oder in Teilen seiner Felder verwendet, auf einer Gesamtfläche von 417 Hektar.

Halten wir also fest: Percy Schmeiser versprüht wie üblich RoundUp zur Unkrautbekämpfung und stellt fest, dass da Rapspflanzen überleben (es gibt Aussagen von Teilnehmern an Veranstaltungen, auf denen er gesprochen hat, wo er behauptet, niemals RoundUp benutzt zu haben). Warum auch immer die das tun und wie auch immer sie dort hingekommen sein mögen.

Er überprüft das Ganze, indem er nochmal gezielt Flächen mit RoundUp behandelt.

Dann beauftragt er seinen Helfer, das Feld, auf und an dem diese Pflanzen vorkommen, abzuernten. Anschließend wird das Erntegut gelagert, behandelt, mit noch vorhandenem Saatgut vermischt, und zum Anpflanzen von über 400 Hektar Raps verwendet.

Aus diesen und weiteren Ausführungen folgert dann das Gericht schlussendlich:

[58] In this case, Mr. Schmeiser cultivated glyphosate resistant canola plants. His 1998 canola crop was mostly glyphosate resistant, and it came from seed that Mr. Schmeiser had saved from his own fields and the adjacent road allowances in 1997. Although the Trial Judge did not find that Mr. Schmeiser played any part initially in causing those glyphosate resistant canola plants to grow in 1997, the Trial Judge found as a fact, on the basis of ample evidence, that Mr. Schmeiser knew or should have known that those plants were glyphosate resistant when he saved their seeds in 1997 and planted those seeds the following year. It was the cultivation, harvest and sale of the 1998 crop in those circumstances that made Mr. Schmeiser vulnerable to Monsanto’s infringement claim.

In diesem Fall kultivierte Herr Schmeiser Glyphosat resistente Rapspflanzen. Seine Anpflanzung von Raps im Jahr 1998 war größtenteils resistent gegenüber Glyphosat, und sie kam von Saatgut das Herr Schmeiser von seinen eigenen Felder und angrenzenden Randstreifen im Jahr 1997 geerntet hatte. Obschon der Richter im Hauptsacheverfahren feststellte, dass Herr Schmeiser keinen Anteil an dem ursprünglichen Vorhandensein dieser Glyphosat resistenten Pflanzen im Jahr 1997 hatte, stellte der Richter als Fakt fest, auf Basis hinreichenden Beweismaterials, dass Herr Schmeiser wusste, oder hätte wissen müssen, dass diese Pflanzen gegenüber Glyphosat resistent waren, als das Saatgut 1997 erntete und es im Folgejahr aussäte. Es war der Anbau, die Ernte und der Verkauf der Anpflanzung des Jahres 1998 in diesen Umständen, die Herrn Schmeiser gegenüber Monsantos Patentverletzungsanschuldigung gegenüber angreifbar machen.

So urteilte im ursprünglichen Prozess denn auch Richter MacKay, dass Schmeiser wusste oder hätte wissen müssen, dass das ausgebrachte Saatgut tolerant gegenüber RoundUp war. Wo auch immer die Pflanzen herkamen: Pollenflug ist eher unwahrscheinlich, die lokale Häufung entlang der Straße legt die Vermutung nahe, dass Samen von Transporten über die Straße auf seinen Flächen landeten.

Dies ist aber für den gegebenen Fall erstmal irrelevant, da Schmeiser die Pflanzen bewusst selektierte und zur Aussaat verwendete – und eben damit eine Patentsrechtsverletzung beging.

Hier ist noch ein interessanter englischsprachiger Blogbeitrag, der sich ebenso dieses Themas annimmt.

Also weitere interessante Nebenaspekte kann man mitnehmen: Schmeiser ist kein Kleinbauer, und wohl auch kein Direktvermarkter. Inwiefern er sich daher als Gallionsfigur in der deutschen Bewegung, die ja sehr viel Wert auf diese Eigenschaften legt, eignet, ist mir schleierhaft. Schmeiser hat jahrelang Raps auf Raps angebaut, also in Monokultur. Auch das wird in der deutschen Bewegung abgelehnt. Drittens hat Schmeiser tatsächlich RoundUp benutzt, gerne auch Bodenherbizide. Auch dies kommt ja in der deutschen Bewegung nicht gut an. Anscheinend schaut man darüber einfach weg…

Patente auf lebende Organismen sind eine problematische Sache, vor allem dann, wenn sich aus dem Patentanspruch weitreichende Konsequenzen ergeben. Aber was den Fall Percy Schmeiser angeht, sollte man sich die Hintergründe doch genauer anschauen, bevor man ihn ungeprüft zum Helden einer Bewegung kürt. Aber zu Patenten im speziellen oder “Intellectual Property Rights” im allgemeinen, Probleme und Vorteile, bin ich nicht wirklich kompetent. Ich bin ja kein “Experte”, wie so viele andere da draussen…


Kommentare

  1. Daniel sagt: 28. Juli 2011

    Hallo Stefan,

    Danke für den Artikel, der hilft in der Argumentatiion weiter! So oft bekommt an das Beispiel von dem armen Schmeiser angeführt, der von dem bösen Monsanto-Konzern verfolgt wurde…
    Das ein oder andere fand ich als Landwirt und in der Agrarpolitik bewanderter Mensch in seiner Argumentation auch fragwürdig, aber erst einmal wird im in der breiten Masse kritiklos geglaubt. Das ist schon ganz schön erschreckend.

  2. Eddie sagt: 28. Juli 2011

    Netter Blog, gefaellt mir sehr gut. Auch tolle Themen.

  3. Amflora sagt: 16. August 2011

    Hier noch ein anderer Prozess, wo er sich – den Aussagen nach – “personally offensive” gegenüber Verwaltungsangestellten verhielt, so daß man in der Stadtverwaltung als letzte Möglichkeit ein Hausverbot für nötig hielt.

  4. john sagt: 22. August 2011

    Herr Rauschen stehen sie bei Monsanto auf der Gehaltsliste? Um einen sollchen Artikel zu schreiben braucht man eine kräftige Motivation und Zeit.

  5. Stefan Rauschen sagt: 22. August 2011

    John: nein, von Monsanto bekomme ich kein Geld. Was glauben Sie, wie oft meine Kollegen oder ich uns solche Anfeindungen anhören dürfen?

    Sobald man eine differenzierte Sichtweise an den Tag legt, ist man automatisch pro und von Monsanto.

    Zeit? Klar habe ich Zeit: ein Tag ist exakt 24 Stunden lang. Wenn ich 8 oder 9 Stunden am Tag arbeite, bleibt satt und genug Zeit, um mal hier für den Blog einen Beitrag zu schreiben.

    Und ja, Motivation habe ich auch. Es soll in der Tat Leute geben, die sich für etwas einsetzen.
    Und da ich es nunmal ganz schrecklich finde, wenn Lügen und Halbwahrheiten verbreitet werden, schreite ich auch dagegen ein.

  6. Jacob sagt: 3. Juli 2012

    Vielen Dank für die geleistete Recherche! Wieder mal ein deutliches Aufzeigen wie grundsätzlich Lobbyismus und boshafte, skrupellose Profitgier unterstellt wird!

  7. sven sagt: 13. August 2012

    Hallo Herr Rauscher, dass sie kein Experte in Rechtsangelegenheiten sind mag ja sein, aber ein zeitgemässes Rechtsempfinden wird bei journalistisch tätigen doch erwartet. Auch wenn sie das nur als leidenschaftliches Hobby betrachten. (bin jetzt nur kurz persönlich geworden wiel sie sich so persönlich geäussert haben, hoffe das verstösst nicht gegen Blogform) Wenn dieser Landwirt auf seinem Boden Saatgut einfährt – was zur Deifi ist daran schlechtes? Dass Kulturpflanzen nicht direkt Gottes Schöpfung sind und bestimmte gewollte Eigenschaften aufweisen entspricht doch dem Wissen, dass die Menschen schon eine ganze Weile Landwirtschaft betreiben in dem sie Saatgut aus ihren Ernten zurückbehalten. Wo kämen wir denn sonst hin? In eine schöne neue Welt? Huch, jetzt habe ich bestimmt Huxley´s Copyright auf einen seiner Schmöker verletzt. Im Ernst: vielleicht konnte ich in etwa verdeutlichen, patentiertes Saatgut aus meiner Sicht in die Landwirtschaft passt. Apropos: Respekt an alle Landwirte, die für die paar Knöppe ihren Job machen – zum Wohl der Gesellschaft. Gentechnik war doch nur ein Geschäftsmodell unter Ausnutzung des Patentrechtes. Wobei ausser acht gelassen wurde, dass das Patentwesen der Veröffentlichung des Standes von Wissenschaft und Technik dient. Auch zum Wohle der Gesellschaft, übrigens. Peace derweil. Und Entschuldigung für das polemisieren, aber des scheint mir hier einfach angebracht ;)

  8. Stefan Rauschen sagt: 14. August 2012

    @sven: worum es mir geht: festzuhalten, dass es zwei verschiedene paar schuhe sind! genechnik ist nicht automatisch damit verknüpft, das pflanzen patentiert sind. dies ist zumindest nicht überall so. so gibt es ja länder, in denen das a) gar nicht möglich ist, oder aber b) vom rechteinhaber nicht durchgesetzt werden kann.
    gäbe es keine patente auf diese pflanzen, so würden immer noch gentechnisch veränderte pflanzen hergestellt. von unis zum beispiel.
    und die könnten dann, so wie der golden rice hoffentlich im nächsten jahr, ohne gebühren an landwirte abgegeben werden.

    patente sind sicherlich ein wichtiger anreiz zur innovation, wobei es auch betrachtungen gibt, die sagen, dass patentschutz gar nicht so sehr den anreiz spielt, und sich anreiz und innovationshemmnisse durch patente die waage halten.
    aber wie richtig festgestellt, da bin ich kein fachmann.

    wichtig bei der schmeiser geschichte: er hat vor gericht eine version (ich hoffe die richtige, denn meineid ist strafbar) erzählt, hier bei uns erzählt er gerne eine vollkommen andere.
    aber nur eine kann stimmen…

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