25 Jahre Gentechnik im Freiland: Wie die Wissenschaftler den Kampf um die Deutungshoheit über die Kölner Petunien verloren

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6. Mai 2015 | von: Gerd Spelsberg

Am 14. Mai 1990, vor genau 25 Jahren, wurden auf dem Gelände des damaligen Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung in Köln 30.700 Petunien ausgepflanzt. Es war der erste Freilandversuch mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland. Mehrere Hundert Demonstranten blockierten das Tor zum Versuchsgelände. Politische Kampagnen, besorgte Bürger, diffuse Ängste und vor allem ein tiefes Misstrauen gegen eine Biologie, die Organismen nicht mehr nur beschreiben, sondern mit neuen, molekularbiologischen Verfahren auch verändern wollte -  die Freisetzungen mit gv-Pflanzen in Deutschland begannen, wie sie gut 20 Jahre später endeten. Bis heute haben die Gentechnik-Gegner die Deutungshoheit behalten. Und daran sind die Petunien nicht ganz… Mehr 

Cisgene Kartoffeln im Freilandversuch: Neue Technologie, verstaubte Einwände

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22. April 2015 | von: Gerd Spelsberg

In den nächsten Tagen werden in Reckenholz in der Nähe von Zürich gentechnisch veränderte Kartoffeln ausgepflanzt. Gerade hat das in der Schweiz zuständige Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen Freilandversuch über fünf Jahre genehmigt. Die Kartoffeln, entwickelt an der niederländischen Agraruniversität Wageningen, nutzen einen ganz neuen Ansatz gegen die Kraut- und Knollenfäule, eine weltweit verbreitete Pflanzenkrankheit. Mit der klassischen Gentechnik, wie sie vor 30 Jahren aufkam, haben diese Kartoffeln nur noch wenig zu tun. Dennoch lehnen die Gentechnik-Gegner den Versuch in Reckenholz reflexartig ab. Ihre Vorbehalte sind seit Jahren dieselben – und inzwischen wirken sie ziemlich verstaubt. Mit dem zunehmenden Wissen… Mehr 

Ben & Jerry’s: Gentechnik-Boykott gegen das politisch korrekteste Eis der Welt

Ben & Jerry's Eis

30. Juni 2014 | von: Gerd Spelsberg

Die Geschichte von Ben & Jerry’s klingt wie ein schönes, modernes Märchen: Vor knapp vierzig Jahren hatten Ben Cohen und  Jerry Greenfield, zwei Alt-Hippies, die Idee, in einer heruntergekommenen Tankstelle irgendwo in der amerikanischen Provinz „verrückte Eissorten“ zusammenzumischen. Heute ist ihr Eis Kult und in den „entlegensten Winkeln“ der Welt zu haben. Und noch immer steht Ben & Jerry’s für einen linksliberalen, unangepassten Lebensstil, für Umweltbewusstsein, soziale Standards und fairen Handel. Der Kampf gegen die großen Konzerne und die Gentechnik gehört zum Gründungsmythos. Und ausgerechnet dieses durch und durch politisch korrekte Eis ist ins Visier der Anti-Gentechnik-Gruppen geraten. Sie haben… Mehr 

Gentechnik-Mais 1507: Warum etwas verbieten, was niemand haben will?

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10. Januar 2014 | von: Gerd Spelsberg

In den nächsten Tagen muss die EU- und das heißt auch jeder einzelne Mitgliedsstaat – entscheiden, ob der gentechnisch veränderte Mais 1507 für den Anbau zugelassen werden soll. Es wäre – mal abgesehen vom Intermezzo mit der längst schon wieder verschwundenen Amflora-Kartoffel – seit sechzehn Jahren die erste gentechnisch veränderte Pflanze, deren Anbau in der EU grundsätzlich genehmigt würde. Eine eindeutige politische Entscheidung – dafür oder dagegen – hätte eine große symbolische Bedeutung. Und entsprechend hoch geht es her. Wie immer beschwören die Gentechnik-Gegner „unkalkulierbare Gefahren“ und das „Ende einer gentechnik-freien Landwirtschaft“. Ihre Kampagne - Unterschriften, Petitionen und auch… Mehr 

„Ohne Transparenz kein Vertrauen.“
Gentechnik-Befürworter in den USA plädieren für eine umfassende Kennzeichnung

GMO Label

25. Oktober 2013 | von: Gerd Spelsberg

Am 5. November stimmt die Bevölkerung im US-Bundesstaat Washington über eine Initiative (I-522) zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel ab. Kurz vor der Entscheidung liegen die Befürworter in den Umfragen deutlich vorn, und es wäre eine Überraschung, wenn es den Kennzeichnungs-Gegnern – trotz der mit Spenden aus der Industrie gut gefüllten Kassen – wie vor einem Jahr in Kalifornien im letzen Moment noch gelingen sollte, das Blatt zu wenden. „Der Kampf ist verloren“, provozierte der britische Buchautor Mark Lynas und bekannte Gentechnik-Konvertit seine Zuhörer bei seinem Vortrag auf dem Food Integrity Summit am 15. Oktober in Chicago. Mehr noch: Er plädierte… Mehr 

Gescheitert.
Petition für unabhängige Risikoforschung im Bereich Bio- und Gentechnik

StRin Ulli Sima; Gilles-Eric Seralini; Christoph Then

18. Juni 2013 | von: Gerd Spelsberg

Eine Bundestagspetition für „Unabhängige Risikoforschung zu gentechnisch veränderten Pflanzen“ ist gescheitert: Nur knapp 3500 Unterzeichner kamen innerhalb von vier Wochen zusammen. Das Quorum von 50.000, bei dem sich der Bundestag mit dem jeweiligen Thema beschäftigen muss, wurde um Längen verfehlt. Erstaunlich, wo doch die in der Gesellschaft virulente Abneigung gegen die Agro-Gentechnik sich sonst bei jeder Gelegenheit in langen Unterschriftenlisten niederschlägt. Das Misstrauen gegen Behörden und die „offizielle“ Wissenschaft ist groß und der Vorwurf allgegenwärtig, sie seien mit der Agroindustrie verbandelt (wenn nicht gar von ihr gekauft). Eigentlich ein leichtes Spiel, um Politik und vor allem die wissenschaftsnahen Behörden… Mehr