Cisgene Kartoffeln im Freilandversuch: Neue Technologie, verstaubte Einwände

Kartoffelblüte

22. April 2015 | von: Gerd Spelsberg

In den nächsten Tagen werden in Reckenholz in der Nähe von Zürich gentechnisch veränderte Kartoffeln ausgepflanzt. Gerade hat das in der Schweiz zuständige Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen Freilandversuch über fünf Jahre genehmigt. Die Kartoffeln, entwickelt an der niederländischen Agraruniversität Wageningen, nutzen einen ganz neuen Ansatz gegen die Kraut- und Knollenfäule, eine weltweit verbreitete Pflanzenkrankheit. Mit der klassischen Gentechnik, wie sie vor 30 Jahren aufkam, haben diese Kartoffeln nur noch wenig zu tun. Dennoch lehnen die Gentechnik-Gegner den Versuch in Reckenholz reflexartig ab. Ihre Vorbehalte sind seit Jahren dieselben – und inzwischen wirken sie ziemlich verstaubt. Mit dem zunehmenden Wissen… Mehr 

Grüne Gentechnik für die Grünen: Gezielte Cisgenese

Phythophthora: Befallene und gesunde Kartoffelpflanzen

19. Juli 2013 | von: Gerhart Ryffel

Die Kartoffelfäule, die durch den Pilz Phytophthora infestans ausgelöst wird, ist eines der grössten Probleme im Kartoffelanbau und erfordert eine massive chemische Bekämpfung. Selbst im Biolandbau kann man häufig nicht auf Spritzmittel verzichten, so dass die in der biologischen Landwirtschaft zugelassenen kupferhaltigen Mittel verwendet werden, die aber negative Auswirkungen auf die Bodenökologie haben. Schon seit Jahrzehnten wurde daher versucht, Kartoffelsorten zu züchten, die gegen die Kartoffelfäule resistent sind. Durch Kreuzen zwischen Speisekartoffeln, die bei Konsumenten sehr beliebt, aber gegen die Erreger der Kartoffelfäule anfällig sind, und Wildkartoffeln, die gegen diesen Pilzbefall natürlicherweise resistent sind, können relativ leicht pilzresistente Kartoffeln… Mehr 

Biogene Pflanzen: Grüne Gentechnik für die biologische Landwirtschaft?

Kartoffelblüte

6. Februar 2013 | von: Gerhart Ryffel

Die biologische Landwirtschaft und die grüne Gentechnik scheinen sich nicht zu verstehen. Sie sind sich nur einig, dass der andere der Teufel ist und schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. In den letzten Jahren haben aber Vertreter beider Parteien realisiert, dass nicht alles bei der anderen schlecht ist und erste Ansätze formuliert, um das Positive der zwei unterschiedlichen Welten miteinander zu kombinieren. Dies setzt einen Kompromiss voraus, da nicht jede Seite auf Maximalforderungen beharren kann. Als einen solchen Kompromiss habe ich kürzlich „biogene“ Pflanzen (orgenic plants) vorgeschlagen. Diese Pflanzen sind zwar genveränderte Pflanzen (GVP), aber ihre Eigenschaften sind… Mehr 

Ökolandbau und Gentechnik: Auf immer natürliche Feinde?

SONY DSC

18. November 2012 | von: Gerd Spelsberg

Ökolandbau und Gentechnik – das ist wie Feuer und Wasser. Das eine schließt das andere kategorisch aus - und daran wird sich zumindest in Deutschland auch erst einmal nichts ändern. Für die ökologische Lebensmittelwirtschaft lebt es sich gut und erfolgreich in der scharfen Abgrenzung zur Gentechnik. Es gibt keinen Grund, daran zu rütteln, denn das gesetzliche Verbot von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist für die Öko-Lebensmittelwirtschaft ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Doch hier und da bröckelt es an der Grenzmauer. Gentechnik – das ist ein eingängiges Symbol für die industrialisierte, gegen „die Natur“ gerichtete Landwirtschaft, herbizidresistente Soja-Monokulturen in Südamerika oder die „Vermaisung“… Mehr