Genome Editing bei Schafen: Neue Wege in der Tierzucht

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29. Februar 2016 | von: Gerhart Ryffel

Das Hausschaf ist durch menschliche Domestikation aus dem Mufflon hervorgegangen, wobei insbesondere Tiere gezüchtet wurden, die eine hohe Milchleistung, einen guten Fleischansatz und eine qualitativ hochwertige Wollproduktion aufwiesen. In den schätzungsweise 10.000 Jahren, in denen Schafe als Haustiere gehalten wurden, hat der Mensch durch gezielte Auswahl Schafe gezüchtet, die sich in ihrer Ausstattung an Genen wesentlich unterscheiden. Dabei spielen insbesondere Varianten der Gene eine entscheidende Rolle bei der Ausprägung der Eigenschaften einer Schafrasse. Ein beliebtes Fleischschaf ist das Texelschaf, das ursprünglich auf der niederländischen Nordseeinsel Texel gehalten wurde und wegen seiner hervorragenden Fleischeigenschaften jetzt im großen Stil auch in… Mehr 

Das Ende eines Mythos: Pflanzen – und Menschen! – besitzen artfremde Gene

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8. Juni 2015 | von: Jon Entine

Die Revolution des Genome editing, vor allem die Erfindung des CRISPR-Cas9-Verfahrens vor drei Jahren, hat das Potenzial, einem im Anti-Gentechnik-Lager oft zur Dämonisierung verwendeten Begriff den Garaus zu bereiten: Frankenfood. Er soll einen der zentralen Kritikpunkte symbolisieren: Die Gentechnik erschaffe neue Pflanzen oder Tiere, indem so genannte "Fremdgene" von einer Art zur anderen übertragen werden. Die entsprechenden Bilder kennt jeder: Tomaten mit Fischkörper und Kinder, die von Monster-Gemüse bedroht werden. "Pflanzen und Organismen, die sich nicht miteinander kreuzen können, werden auf unnatürliche Weise miteinander vermischt", so einer der typischen Angst schürenden NGO-Beiträge. "Frankenfood = Gentechnisch veränderte Lebensmittel". "Ein neuartiges… Mehr 

Wohlduftender Reis. Oder: Was macht eine Pflanze zu einer “gentechnisch veränderten”?

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18. Februar 2015 | von: Gerhart Ryffel

Ein zentraler Punkt in der Kontroverse um die Gentechnik ist, ob die Methoden wichtig sind, wie eine neue Pflanzensorte gemacht wird, oder, ob die Eigenschaften der neuen Pflanzensorte entscheidend sind. Die Problematik lässt sich am Beispiel des Reises veranschaulichen. Wohlduftender Reis wie zum Beispiel Basmati ist bei vielen Konsumenten sehr beliebt, für andere ist er eher ungewohnt oder sogar ekelig. Der aromatische Duft beruht vorwiegend auf dem Geruchsstoff 2AP (2-acetyl-1-pyrroline) und wird durch eine Mutation im Gen BADH2 hervorgerufen, das für ein Enzym codiert. Da wohlduftender Reis häufig zu besseren Preisen vermarktet werden kann, wünschen sich Reisbauern, ihre bewährten… Mehr 

Wir machen alles außer Gentechnik

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22. September 2014 | von: Gerd Spelsberg

Mit dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wird es wohl vorerst nichts. Dass ein mehr oder weniger flächendeckendes Verbot in Deutschland kommt, scheint außer Frage. In erster Linie zielt es gegen „Gen-Mais“, aber auch andere „Gen-Pflanzen“ der großen Agrarkonzerne, falls sie in der EU eine Anbauzulassung erhalten sollten. Jedes Verbot bestätigt und bestärkt das Negativ-Image, das Grüne Gentechnik in der Öffentlichkeit hat. Doch: Welche Pflanzen und welche Züchtungsverfahren fallen eigentlich darunter? Das ist keine theoretische Frage. Daran entscheidet sich, was überhaupt eine Chance hat. Zwischen gentechnisch veränderten Pflanzen und allen übrigen, automatisch als „natürlich“ oder „herkömmlich gezüchtet“ wahrgenommen, besteht eine schroffe… Mehr 

Grüne Gentechnik für die Grünen: Gezielte Cisgenese

Phythophthora: Befallene und gesunde Kartoffelpflanzen

19. Juli 2013 | von: Gerhart Ryffel

Die Kartoffelfäule, die durch den Pilz Phytophthora infestans ausgelöst wird, ist eines der grössten Probleme im Kartoffelanbau und erfordert eine massive chemische Bekämpfung. Selbst im Biolandbau kann man häufig nicht auf Spritzmittel verzichten, so dass die in der biologischen Landwirtschaft zugelassenen kupferhaltigen Mittel verwendet werden, die aber negative Auswirkungen auf die Bodenökologie haben. Schon seit Jahrzehnten wurde daher versucht, Kartoffelsorten zu züchten, die gegen die Kartoffelfäule resistent sind. Durch Kreuzen zwischen Speisekartoffeln, die bei Konsumenten sehr beliebt, aber gegen die Erreger der Kartoffelfäule anfällig sind, und Wildkartoffeln, die gegen diesen Pilzbefall natürlicherweise resistent sind, können relativ leicht pilzresistente Kartoffeln… Mehr 

Ökolandbau und Gentechnik: Auf immer natürliche Feinde?

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18. November 2012 | von: Gerd Spelsberg

Ökolandbau und Gentechnik – das ist wie Feuer und Wasser. Das eine schließt das andere kategorisch aus - und daran wird sich zumindest in Deutschland auch erst einmal nichts ändern. Für die ökologische Lebensmittelwirtschaft lebt es sich gut und erfolgreich in der scharfen Abgrenzung zur Gentechnik. Es gibt keinen Grund, daran zu rütteln, denn das gesetzliche Verbot von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist für die Öko-Lebensmittelwirtschaft ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Doch hier und da bröckelt es an der Grenzmauer. Gentechnik – das ist ein eingängiges Symbol für die industrialisierte, gegen „die Natur“ gerichtete Landwirtschaft, herbizidresistente Soja-Monokulturen in Südamerika oder die „Vermaisung“… Mehr