Der Konflikt um HannoverGen: “Eine einseitige Ausrichtung hätten die Lehrer niemals hingenommen.”

Wiebke Rathje, HannoverGen

14. März 2013 | von: Redaktion

Die neue rot-grüne Landesregierung will das Schulprojekt HannoverGen beenden. Gute Gene, schlechte Gene sprach dazu mit der wissenschaftlichen Koordinatorin des Projekts, Dr. Wiebke Rathje von der Universität Hannover. Redaktion Gute Gene, schlechte Gene: Sie sind wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hannover und Koordinatorin von HannoverGen. Was ist Ihre Aufgabe? Wiebke Rathje: Ich kümmere mich um die Ausstattung der Labore und habe zusammen mit den Didaktikerinnen das Konzept für die Labortage entwickelt. Ich war auch an der Zusammenstellung der Materialen beteiligt. Eine meiner Hauptaufgaben sind die Lehrerfortbildungen mit Einführungen in die molekularbiologischen Techniken. Das alles geschah - und geschieht auch… Mehr 

Bist Du für oder gegen Gentechnik? Falsche Frage, falsche Politik

paprika-monster

1. März 2013 | von: Gerd Spelsberg

„Das Projekt HannoverGen wird beendet.“ Dieser lapidare Satz aus dem Koalitionsvertrag der neuen rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen ist nicht unwidersprochen geblieben. Vor allem Lehrer und Schüler sind konsterniert, dass einem erfolgreichen, für den naturwissenschaftlichen Unterricht so wichtigen Projekt die Gelder gekappt werden sollen. Die seit Jahren ausgebuchten Labore an den Schwerpunktschulen müssten dann wohl geschlossen werden und ein ausgezeichneter „Ort der Ideen“ würde einfach von der Landkarte gestrichen. Doch inzwischen gibt es Protest und eine online-Petition mit einer Einladung an den neuen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), sich wenigstens „ein eigenes Bild zu machen“, bevor er das Projekt denn tatsächlich beendet. … Mehr 

Seid nicht so neugierig. Niedersachsens Schulen sind jetzt gentechnik-frei

Schülerexperimente, HannoverGEN

13. Februar 2013 | von: Gerd Spelsberg

Rot und Grün haben ihre Koalition in Niedersachsen schnell und geräuschlos ausgehandelt. Wenn nicht noch einer der Abgeordneten bei der Abstimmung bockt, dann wird Stephan Weil Ministerpräsident, der Diplom-Sozialwirt und „Bauernschreck“ Christian Meyer Agrarminister und Niedersachsen „ gentechnik-frei“. Und das bezieht sich nicht nur auf die Felder, sondern auch auf „Schulen und öffentliche Einrichtungen“. Damit ist wohl auch das Schicksal von HannoverGEN besiegelt, ein von der bisherigen Landesregierung gefördertes Projekt, bei dem Schülerinnen und Schüler in Biotechnologielaboren selbständig experimentieren können. Noch 2011 wurde HannoverGEN als „ausgewählter Ort“ im bundesweiten Wettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnet. Doch inzwischen ist der gute Ruf… Mehr 

Gentechnikfreie Regionen: Werbung mit Selbstverständlichkeiten

Gentechnikfreie Regionen

13. Oktober 2012 | von: Gerd Spelsberg

Der grüne Landwirtschaftsminister Alexander Bonde ist stolz: Nach mehreren anderen Bundesländern ist nun auch Baden-Württemberg dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten. Im Haus der Geschichte in Stuttgart unterzeichnete er feierlich die Beitrittsurkunde und setzte damit ein „deutliches Signal gegen Agro-Gentechnik  und für sichere Lebensmittel“. Aber – und dazu schweigen sich alle offiziellen Verlautbarungen aus: Was ändert sich in Baden-Württemberg mit diesem Akt? Was ist jetzt nicht mehr möglich, was vorher möglich war? Nichts, nicht das geringste. Baden-Württemberg ist ja nicht das erste Bundesland, auch Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und das Saarland haben sich schon gentechnikfrei erklärt. Die Presseabteilungen verkaufen das… Mehr 

Gentechnik-Kennzeichnung: Bis zum letzten Molekül?

Kennzeichnung Tomatenpürree

10. September 2012 | von: Gerd Spelsberg

In ihrer „Erfurter Erklärung“  fordert das europäische Netzwerk „gentechnik-freier Regionen“, dem sich auch Thüringen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen angeschlossen haben, eine „umfassende, einheitliche“ Kennzeichnungspflicht. Die drei Bundesländer - Bayern will sich noch anschließen - wollen eine entsprechende Gesetzesinitiative in den Bundesrat einbringen. Was genau unter einer „umfassenden“ Kennzeichnung zu verstehen ist, sagt weder die Erfurter Erklärung, noch die Presserklärungen der drei Landesregierungen. Aus gutem Grund: Mit der plakativen Forderung können sich die Landesminister entschlossen für „Wahlfreiheit“ und die Interessen der Verbraucher einsetzen, ohne genau sagen zu müssen, wie sie sich das vorstellen und wie sie es politisch durchsetzen wollen. Klar… Mehr 

“Gentechnikfreie” Gentechnikversuche?

21. Januar 2011 | von: Stefan Rauschen

Gibt es sowas? Kann es sowas geben?

Definitionsgemäß bei gentechnisch veränderten Pflanzen wohl schon. Und das habe ich in den letzten Jahren sogar selbst durchgeführt, ohne es zu merken.

Ein Erklärungsversuch:

Aufmerksam geworden bin ich darauf durch eine Meldung der NWZ Bremen. "Bundesland wird Region ohne Gentechnik" wird dort getitelt, und geschrieben:

"Bremen bekommt als erstes Bundesland das Label „Gentechnikfreie Region“ – sieben Jahre nach Beginn einer entsprechenden Initiative aus den Reihen der Grünen."

Da stutzte ich zum ersten Mal - denn ich dachte immer, das schöne Thüringen… Mehr