Ben & Jerry’s: Gentechnik-Boykott gegen das politisch korrekteste Eis der Welt

Ben & Jerry's Eis

30. Juni 2014 | von: Gerd Spelsberg

Die Geschichte von Ben & Jerry’s klingt wie ein schönes, modernes Märchen: Vor knapp vierzig Jahren hatten Ben Cohen und  Jerry Greenfield, zwei Alt-Hippies, die Idee, in einer heruntergekommenen Tankstelle irgendwo in der amerikanischen Provinz „verrückte Eissorten“ zusammenzumischen. Heute ist ihr Eis Kult und in den „entlegensten Winkeln“ der Welt zu haben. Und noch immer steht Ben & Jerry’s für einen linksliberalen, unangepassten Lebensstil, für Umweltbewusstsein, soziale Standards und fairen Handel. Der Kampf gegen die großen Konzerne und die Gentechnik gehört zum Gründungsmythos. Und ausgerechnet dieses durch und durch politisch korrekte Eis ist ins Visier der Anti-Gentechnik-Gruppen geraten. Sie haben… Mehr 

Wozu noch transGEN?

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11. November 2013 | von: Gerd Spelsberg

Machen wir uns nichts vor: Die Grüne Gentechnik ist in Deutschland gesellschaftlich und politisch ziemlich erledigt. „Keine Gentechnik“ ist anscheinend Konsens. Wozu denn noch transGEN? Als wir 1997 – damals noch unter dem Dach der Verbraucher Initiative – damit begannen, eine Internetplattform zu „Gentechnik bei Lebensmitteln“ aufzubauen, war die Grundidee einfach: Transparenz und Sachinformation. Damals wurden in Brüssel gerade halbherzig die ersten Kennzeichnungsvorschriften auf den Weg gebracht. In den USA gab es die Anti-Matsch-Tomate und in Hamburg und Rotterdam liefen – schon begleitet von Greenpeace-Schlauchbooten – Frachter ein, die erstmals auch gentechnisch veränderte Sojabohnen nach Europa brachten. Es war… Mehr 

Von Gift und Genen. Die Züchtung der Lenape-Kartoffel

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4. November 2013 | von: Maggie Koerth-Baker

Gentechnisch veränderte Pflanzen - das bedeutet Risiken und Ungewissheit. Konventionell gezüchtete Pflanzen sind dagegen "von Natur aus" sicher. Dass es so einfach nicht ist, zeigt der Fall der Lenape-Kartoffel.  Die Lenape-Kartoffel, die in den 1960er Jahren entwickelt wurde, lieferte verdammt gute Fritten. Leider war sie auch giftig. Kartoffeln zu frittieren ist eine knifflige Angelegenheit. Ob das Ergebnis stimmt, hängt nicht nur von den Fähigkeiten des Kochs ab, sondern auch von der Kartoffel selbst. Festkochende Kartoffeln – mit hohem Zuckergehalt und niedrigem Stärkegehalt – bräunen etwas zu schnell, weil der Zucker durch die Hitze verändert wird. Bis das Innere gar ist,… Mehr 

Wie kommt die Gentechnik in den Bioladen?

Obst und Gemüse

12. August 2013 | von: Gerd Spelsberg

Vor ein paar Tagen hat das ZDF-Verbrauchermagazin WISO „Gentechnik im Biomarkt“ aufgespürt und ziemlich spektakulär darüber berichtet. Zwar war es nicht das erste Mal, dass Gentechnik – immer auch Chiffre für alles Unerwünschte, Gefährliche und Unkontrollierbare – irgendwo entdeckt wurde, wo sie nicht hingehört – etwa als „Verunreinigung“ auf einem Weizenfeld, in Saatgut, Futtermittel, Reis oder Honig. Aber bei diesem Fall war einiges anders. Denn betroffen waren Bioprodukte. Die Rollen von Gut und Böse, von Täter und Opfer waren damit nicht so eindeutig zuzuweisen wie man das  bei einem der üblichen Lebensmittelskandale gewohnt ist. Diesmal ist es komplizierter und weniger… Mehr 

Oettinger ohne Gentechnik.
Ein Billig-Bier will gut sein

Oettinger Bier: ohne Gentechnik

23. März 2013 | von: Gerd Spelsberg

Oettinger Bier, das ist Kult, aber ein merkwürdiger. Und jetzt kommt es als erstes deutsches  Bier mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel daher. Die Oetti-Fans, wie sich die getreue Gefolgschaft der Marke nennt, nehmen es hin wie alles, wenn es ihr Bier nur nicht teurer macht. Für die Oettinger-Brauerei ist dagegen „Ohne Gentechnik“ äußerst praktisch: Es liftet das etwas heruntergekommene Image, kostet aber nichts außer den nun plötzlich und gegen alle Unternehmensphilosophie grün eingefärbten Kronkorken. Man muss für das Siegel auch nicht die Rohstoff-Lieferanten wechseln. Aber das Billig-Bier wird plötzlich gut und moralisch aufgewertet. Es gibt vor, besser, verantwortungsvoller zu sein als… Mehr 

Gentechnik-Kennzeichnung: Bis zum letzten Molekül?

Kennzeichnung Tomatenpürree

10. September 2012 | von: Gerd Spelsberg

In ihrer „Erfurter Erklärung“  fordert das europäische Netzwerk „gentechnik-freier Regionen“, dem sich auch Thüringen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen angeschlossen haben, eine „umfassende, einheitliche“ Kennzeichnungspflicht. Die drei Bundesländer - Bayern will sich noch anschließen - wollen eine entsprechende Gesetzesinitiative in den Bundesrat einbringen. Was genau unter einer „umfassenden“ Kennzeichnung zu verstehen ist, sagt weder die Erfurter Erklärung, noch die Presserklärungen der drei Landesregierungen. Aus gutem Grund: Mit der plakativen Forderung können sich die Landesminister entschlossen für „Wahlfreiheit“ und die Interessen der Verbraucher einsetzen, ohne genau sagen zu müssen, wie sie sich das vorstellen und wie sie es politisch durchsetzen wollen. Klar… Mehr