Dynamische Genveränderungen in Pflanzen: Ganz natürlich und ohne Gentechnik

mais-teosinte2

12. Januar 2015 | von: Gerhart Ryffel

Die kontroverse Diskussion über Gentechnik in der Landwirtschaft beinhaltet häufig die Vorstellung, dass die vom Menschen angewandten gentechnischen Verfahren mit den natürlichen Prozessen grundsätzlich im Widerspruch seien. Insbesondere bestehen Befürchtungen, dass das Einführen von Genen in die DNA einer Pflanze zu gefährlichen Veränderungen führen könnte, da ja das Gen an einer ganz zufälligen Stelle in die DNA eingefügt wird. Um diese Bedenken zu beurteilen, ist es wichtig, die normalen Vorgänge bei der Weitergabe der DNA an die Nachkommen zu betrachten. Insbesondere muss man sich im Klaren sein, welche konkreten Vorgänge bei der Selektion neuer Pflanzensorten vor sich gehen. Die Neukombination… Mehr 

Von Gift und Genen. Die Züchtung der Lenape-Kartoffel

iStock_kartoffel

4. November 2013 | von: Maggie Koerth-Baker

Gentechnisch veränderte Pflanzen - das bedeutet Risiken und Ungewissheit. Konventionell gezüchtete Pflanzen sind dagegen "von Natur aus" sicher. Dass es so einfach nicht ist, zeigt der Fall der Lenape-Kartoffel.  Die Lenape-Kartoffel, die in den 1960er Jahren entwickelt wurde, lieferte verdammt gute Fritten. Leider war sie auch giftig. Kartoffeln zu frittieren ist eine knifflige Angelegenheit. Ob das Ergebnis stimmt, hängt nicht nur von den Fähigkeiten des Kochs ab, sondern auch von der Kartoffel selbst. Festkochende Kartoffeln – mit hohem Zuckergehalt und niedrigem Stärkegehalt – bräunen etwas zu schnell, weil der Zucker durch die Hitze verändert wird. Bis das Innere gar ist,… Mehr 

„Nur Experimentieren im Labor ohne ethische Reflexion – das wäre unverantwortlich.“

Schullabor HannoverGen

14. März 2013 | von: Redaktion

Das Schulprojekt HannoverGen bestehet nicht nur aus molekularbiologischem Experimentieren im Labor. Die Schüler sollen auch mögliche Produkte und Anwendungen der Gentechnik ethisch bewerten. Gute Gene, schlechte Gene sprach dazu mit Prof. Dr. Corinna Hößle, Biologiedidaktikerin an der Universität Oldenburg und bei HannoverGen verantwortlich für den Projektteil "Bewerten". Redaktion Gute Gene, schlechte Gene: Frau Hößle, Sie sind Professorin für Biologiedidaktik an der Universität Oldenburg. Was hat Sie motiviert, bei HannoverGen mitzuarbeiten? Corinna Hößle: Damals kam eine Anfrage aus dem Landwirtschaftsministerium. Ich hatte schon mehr als zehn Jahre zum Thema Gentechnik gearbeitet und einige Erfahrung bei der Entwicklung von Materialien zur Förderung moralischer Urteilsfähigkeit.… Mehr 

Geschlossenes System und freie Natur. Oder: Die Wandlungen der Gentechnik-Kritik

Biohazard

22. Mai 2012 | von: Gerd Spelsberg

Bei der Gentechnik – oder besser: bei der Nutzung gentechnisch veränderter Organismen – scheint es, als gebe es  zwei völlig verschiedene Welten: Rote und weiße Gentechnik bleiben im „geschlossenen System“ und sind daher beherrschbar. Grüne Gentechnik findet dagegen in der „freien Natur“ statt. Einmal in die Umwelt freigesetzt sind gentechnisch veränderte Pflanzen nicht mehr zu kontrollieren und vor allem nicht rückholbar. Die eine ist „gut“ und wird weitgehend akzeptiert, die andere „böse“ und trifft in der Gesellschaft auf eine breite, zuweilen leidenschaftliche Ablehnung. Aktionsgruppen, Umwelt- und Verbraucherverbände, ja sogar Unternehmen bedienen sich des Gegensatzes  von „geschlossenem System“ und „freier Natur“,… Mehr 

Glyphosat schadet Neugeborenen. Oder Eine postmoderne Toxikologie.

Landwirt bringt Herbizid auf Sojafeld aus

5. September 2011 | von: Torben Hoffmeister

Der herbizide Wirkstoff Glyphosat und seine Formulierungen stehen in letzter Zeit vermehrt unter dem Dauerbeschuss von umweltkritischen NGOs. Doch eigentlich geht es dabei gar nicht um das Herbizid und seine vermeintlichen Gefahren, sondern um den damit verbundenen Anbau transgener, herbizidtoleranter Pflanzen. Und zum Anbau transgener Pflanzen und ganz allgemein zur Anwendung dieser Technologie haben alle umweltkritischen NGOs eine auffallend einhellige Meinung. Man kann zum großflächigen Anbau herbizidresistenter, in erster Linie Glyphosat-resistenter Sorten von Soja, Mais und Baumwolle, stehen wie man will. Neben den vieldiskutierten Nachteilen wie Zunahme von Monokulturen, Abnahme der Biodiversität, Flächenbereitstellung durch Brandrodung wird auch von… Mehr 

Wie der öffentlich-rechtliche WDR so tickt

1. April 2011 | von: Torben Hoffmeister

vor etwa sechs Wochen wurde hier im transgen-Forum über eine Sendung des WDR-Wirtschaftsmagazins plusminus diskutiert, in der das Schicksal eines behinderten Mädchens in Argentinien ausgeschlachtet wurde, um eines der am häufigsten verwendeten Herbizide madig zu machen. Auch wurden zahlreiche, nämlich zwei, „Experten“ befragt, die das angebliche Potenzial körperlicher Schädigungen aufgrund ihrer Untersuchungen an Amphibien- und Hühnerembryonen bzw. an Zellkulturen belegen könnten. Mit diesen Studien hatten wir uns im transgen-Forum auch schon auseinandergesetzt.

Auf die Idee, eine der Genehmigungsbehörden oder etwa ausgewiesene Toxikologen zu diesen Befunden zu befragen, kamen die Autoren der Sendung offenbar nicht.

Mehr