Das Ende eines Mythos: Pflanzen – und Menschen! – besitzen artfremde Gene

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8. Juni 2015 | von: Jon Entine

Die Revolution des Genome editing, vor allem die Erfindung des CRISPR-Cas9-Verfahrens vor drei Jahren, hat das Potenzial, einem im Anti-Gentechnik-Lager oft zur Dämonisierung verwendeten Begriff den Garaus zu bereiten: Frankenfood. Er soll einen der zentralen Kritikpunkte symbolisieren: Die Gentechnik erschaffe neue Pflanzen oder Tiere, indem so genannte "Fremdgene" von einer Art zur anderen übertragen werden. Die entsprechenden Bilder kennt jeder: Tomaten mit Fischkörper und Kinder, die von Monster-Gemüse bedroht werden. "Pflanzen und Organismen, die sich nicht miteinander kreuzen können, werden auf unnatürliche Weise miteinander vermischt", so einer der typischen Angst schürenden NGO-Beiträge. "Frankenfood = Gentechnisch veränderte Lebensmittel". "Ein neuartiges… Mehr 

Biomimikry: Wenn die Bäume leuchten

12. Dezember 2014 | von: Gerd Spelsberg

Jetzt leuchten sie wieder, die Weihnachtsbäume auf Marktplätzen, in Kaufhäusern, Wartehallen und Vorgärten. Inszenierte Stimmungen mit elektrischen Lichterketten. Wäre es nicht viel spektakulärer, sie könnten von selbst leuchten? Aus eigener Kraft wie Glühwürmchen oder fluoreszierende Quallen ohne dafür elektrische Energie zu benötigen. Und das nicht nur in der Vorweihnachtszeit, sondern Bäume, die das ganze Jahr über „natürliches“ Licht produzieren und damit die herkömmliche Straßenbeleuchtung ersetzen. Verrückt? Ein bisschen, aber gar nicht mal so unrealistisch. In den USA gibt es bereits leuchtende Tabakpflänzchen im Online-Shop des Biotech-Startups Bioglow zu kaufen. Starlight Avatar, so der Markenname, „ist die erste… Mehr 

Ben & Jerry’s: Gentechnik-Boykott gegen das politisch korrekteste Eis der Welt

Ben & Jerry's Eis

30. Juni 2014 | von: Gerd Spelsberg

Die Geschichte von Ben & Jerry’s klingt wie ein schönes, modernes Märchen: Vor knapp vierzig Jahren hatten Ben Cohen und  Jerry Greenfield, zwei Alt-Hippies, die Idee, in einer heruntergekommenen Tankstelle irgendwo in der amerikanischen Provinz „verrückte Eissorten“ zusammenzumischen. Heute ist ihr Eis Kult und in den „entlegensten Winkeln“ der Welt zu haben. Und noch immer steht Ben & Jerry’s für einen linksliberalen, unangepassten Lebensstil, für Umweltbewusstsein, soziale Standards und fairen Handel. Der Kampf gegen die großen Konzerne und die Gentechnik gehört zum Gründungsmythos. Und ausgerechnet dieses durch und durch politisch korrekte Eis ist ins Visier der Anti-Gentechnik-Gruppen geraten. Sie haben… Mehr 

Von Gift und Genen. Die Züchtung der Lenape-Kartoffel

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4. November 2013 | von: Maggie Koerth-Baker

Gentechnisch veränderte Pflanzen - das bedeutet Risiken und Ungewissheit. Konventionell gezüchtete Pflanzen sind dagegen "von Natur aus" sicher. Dass es so einfach nicht ist, zeigt der Fall der Lenape-Kartoffel.  Die Lenape-Kartoffel, die in den 1960er Jahren entwickelt wurde, lieferte verdammt gute Fritten. Leider war sie auch giftig. Kartoffeln zu frittieren ist eine knifflige Angelegenheit. Ob das Ergebnis stimmt, hängt nicht nur von den Fähigkeiten des Kochs ab, sondern auch von der Kartoffel selbst. Festkochende Kartoffeln – mit hohem Zuckergehalt und niedrigem Stärkegehalt – bräunen etwas zu schnell, weil der Zucker durch die Hitze verändert wird. Bis das Innere gar ist,… Mehr 

„Ohne Transparenz kein Vertrauen.“
Gentechnik-Befürworter in den USA plädieren für eine umfassende Kennzeichnung

GMO Label

25. Oktober 2013 | von: Gerd Spelsberg

Am 5. November stimmt die Bevölkerung im US-Bundesstaat Washington über eine Initiative (I-522) zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel ab. Kurz vor der Entscheidung liegen die Befürworter in den Umfragen deutlich vorn, und es wäre eine Überraschung, wenn es den Kennzeichnungs-Gegnern – trotz der mit Spenden aus der Industrie gut gefüllten Kassen – wie vor einem Jahr in Kalifornien im letzen Moment noch gelingen sollte, das Blatt zu wenden. „Der Kampf ist verloren“, provozierte der britische Buchautor Mark Lynas und bekannte Gentechnik-Konvertit seine Zuhörer bei seinem Vortrag auf dem Food Integrity Summit am 15. Oktober in Chicago. Mehr noch: Er plädierte… Mehr 

Warum Anhänger des ökologischen Landbaus eigentlich für Grüne Gentechnik sein müssten

Gerstenfeld

26. April 2013 | von: Keith Kloor und Ramez Naam

Was wäre, wenn es eine Landwirtschaft gäbe, die den Regenwald bewahrt, Giftstoffe im Wasser und in den Böden reduziert und uns mit nährstoffreichen, gesünderen Lebensmitteln versorgt? Klingt wie ökologischer Landbau, oder? Ist aber Grüne Gentechnik. Die Ziele der Öko-Landwirtschaft – weniger Umweltbelastungen und bessere Nahrungsmittel – sind richtig. Aber die Öko-Landwirtschaft schöpft ihr Potenzial nicht aus. Nehmen wir die Ernährung: Es gibt verschiedene Studien (wie diese hier aus Stanford oder diese aus Großbritannien), die im Kern immer zum gleichen Ergebnis kommen: Bio-Lebensmittel sind insgesamt nicht besser oder schlechter als vergleichbare konventionelle Produkte. In Bezug auf die Umweltauswirkungen, möchte man meinen,… Mehr