Synthetische Biologie: Eine bessere Welt durch „extreme Gentechnik“?

ecover_infografik_aus1

11. Juni 2014 | von: Gerd Spelsberg

Himmel und Hölle zugleich – und das bei einem Ökoprodukt. Hier: „Wenn wir in unseren Produkten anstelle von Palmöl Öl aus Algen verwenden, muss weniger Regenwald abgeholzt werden. So schützen wir den Lebensraum für den Orang Utan und andere bedrohte Tierarten.“ Dort: „Extreme Gentechnik, deren Risiken nicht abzusehen sind. Es ist eine Täuschung der Verbraucher, wenn diese Produkte als natürlich und nachhaltig beworben werden.“ Rettung der Welt oder Untergang, da gibt es keine Zwischentöne. Aber es griffe zu kurz, das als schrillen ideologischen Streit zwischen verbohrten Hardlinern irgendwo in einer Öko-Nische abzutun. Da zieht ein Grundsatzkonflikt herauf, der uns vermutlich… Mehr 

Wie kommt die Gentechnik in den Bioladen?

Obst und Gemüse

12. August 2013 | von: Gerd Spelsberg

Vor ein paar Tagen hat das ZDF-Verbrauchermagazin WISO „Gentechnik im Biomarkt“ aufgespürt und ziemlich spektakulär darüber berichtet. Zwar war es nicht das erste Mal, dass Gentechnik – immer auch Chiffre für alles Unerwünschte, Gefährliche und Unkontrollierbare – irgendwo entdeckt wurde, wo sie nicht hingehört – etwa als „Verunreinigung“ auf einem Weizenfeld, in Saatgut, Futtermittel, Reis oder Honig. Aber bei diesem Fall war einiges anders. Denn betroffen waren Bioprodukte. Die Rollen von Gut und Böse, von Täter und Opfer waren damit nicht so eindeutig zuzuweisen wie man das  bei einem der üblichen Lebensmittelskandale gewohnt ist. Diesmal ist es komplizierter und weniger… Mehr 

Monsanto gibt die Gentechnik in Europa auf: Das Gute hat gesiegt – und nun?

Frankenfood

7. Juni 2013 | von: Gerd Spelsberg

Eine wirkliche Überraschung war es eigentlich nicht, aber dennoch griffen es fast alle Medien auf und bei Twitter lief es rauf und runter: Monsanto gibt „den Kampf für gentechnisch verändertes Saatgut in Europa auf“ (taz). Keine Lobbyarbeit mehr, keine Anträge für neue Anbauzulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen, auch keine Freilandversuche. „Widerstand lohnt sich“, feiern sich die Gentechnik-Gegner. „Ein Triumph der Unvernunft“, kommentierte auf der anderen Seite Hartmut Wewetzer in der Zeit. Doch, so merkwürdig das klingt: Der Rückzug könnte auch Chancen eröffnen, endlich nüchtern und ohne den ganzen Monsanto-Ballast über Pflanzenforschung und die Relevanz gentechnischer Verfahren zu diskutieren. Seit 1996… Mehr 

Oettinger ohne Gentechnik.
Ein Billig-Bier will gut sein

Oettinger Bier: ohne Gentechnik

23. März 2013 | von: Gerd Spelsberg

Oettinger Bier, das ist Kult, aber ein merkwürdiger. Und jetzt kommt es als erstes deutsches  Bier mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel daher. Die Oetti-Fans, wie sich die getreue Gefolgschaft der Marke nennt, nehmen es hin wie alles, wenn es ihr Bier nur nicht teurer macht. Für die Oettinger-Brauerei ist dagegen „Ohne Gentechnik“ äußerst praktisch: Es liftet das etwas heruntergekommene Image, kostet aber nichts außer den nun plötzlich und gegen alle Unternehmensphilosophie grün eingefärbten Kronkorken. Man muss für das Siegel auch nicht die Rohstoff-Lieferanten wechseln. Aber das Billig-Bier wird plötzlich gut und moralisch aufgewertet. Es gibt vor, besser, verantwortungsvoller zu sein als… Mehr 

Der Konflikt um HannoverGen: “Eine einseitige Ausrichtung hätten die Lehrer niemals hingenommen.”

Wiebke Rathje, HannoverGen

14. März 2013 | von: Redaktion

Die neue rot-grüne Landesregierung will das Schulprojekt HannoverGen beenden. Gute Gene, schlechte Gene sprach dazu mit der wissenschaftlichen Koordinatorin des Projekts, Dr. Wiebke Rathje von der Universität Hannover. Redaktion Gute Gene, schlechte Gene: Sie sind wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hannover und Koordinatorin von HannoverGen. Was ist Ihre Aufgabe? Wiebke Rathje: Ich kümmere mich um die Ausstattung der Labore und habe zusammen mit den Didaktikerinnen das Konzept für die Labortage entwickelt. Ich war auch an der Zusammenstellung der Materialen beteiligt. Eine meiner Hauptaufgaben sind die Lehrerfortbildungen mit Einführungen in die molekularbiologischen Techniken. Das alles geschah - und geschieht auch… Mehr 

„Nur Experimentieren im Labor ohne ethische Reflexion – das wäre unverantwortlich.“

Schullabor HannoverGen

14. März 2013 | von: Redaktion

Das Schulprojekt HannoverGen bestehet nicht nur aus molekularbiologischem Experimentieren im Labor. Die Schüler sollen auch mögliche Produkte und Anwendungen der Gentechnik ethisch bewerten. Gute Gene, schlechte Gene sprach dazu mit Prof. Dr. Corinna Hößle, Biologiedidaktikerin an der Universität Oldenburg und bei HannoverGen verantwortlich für den Projektteil "Bewerten". Redaktion Gute Gene, schlechte Gene: Frau Hößle, Sie sind Professorin für Biologiedidaktik an der Universität Oldenburg. Was hat Sie motiviert, bei HannoverGen mitzuarbeiten? Corinna Hößle: Damals kam eine Anfrage aus dem Landwirtschaftsministerium. Ich hatte schon mehr als zehn Jahre zum Thema Gentechnik gearbeitet und einige Erfahrung bei der Entwicklung von Materialien zur Förderung moralischer Urteilsfähigkeit.… Mehr