Wie kommt die Gentechnik in den Bioladen?

Obst und Gemüse

12. August 2013 | von: Gerd Spelsberg

Vor ein paar Tagen hat das ZDF-Verbrauchermagazin WISO „Gentechnik im Biomarkt“ aufgespürt und ziemlich spektakulär darüber berichtet. Zwar war es nicht das erste Mal, dass Gentechnik – immer auch Chiffre für alles Unerwünschte, Gefährliche und Unkontrollierbare – irgendwo entdeckt wurde, wo sie nicht hingehört – etwa als „Verunreinigung“ auf einem Weizenfeld, in Saatgut, Futtermittel, Reis oder Honig. Aber bei diesem Fall war einiges anders. Denn betroffen waren Bioprodukte. Die Rollen von Gut und Böse, von Täter und Opfer waren damit nicht so eindeutig zuzuweisen wie man das  bei einem der üblichen Lebensmittelskandale gewohnt ist. Diesmal ist es komplizierter und weniger… Mehr 

Grüne Gentechnik für die Grünen: Gezielte Cisgenese

Phythophthora: Befallene und gesunde Kartoffelpflanzen

19. Juli 2013 | von: Gerhart Ryffel

Die Kartoffelfäule, die durch den Pilz Phytophthora infestans ausgelöst wird, ist eines der grössten Probleme im Kartoffelanbau und erfordert eine massive chemische Bekämpfung. Selbst im Biolandbau kann man häufig nicht auf Spritzmittel verzichten, so dass die in der biologischen Landwirtschaft zugelassenen kupferhaltigen Mittel verwendet werden, die aber negative Auswirkungen auf die Bodenökologie haben. Schon seit Jahrzehnten wurde daher versucht, Kartoffelsorten zu züchten, die gegen die Kartoffelfäule resistent sind. Durch Kreuzen zwischen Speisekartoffeln, die bei Konsumenten sehr beliebt, aber gegen die Erreger der Kartoffelfäule anfällig sind, und Wildkartoffeln, die gegen diesen Pilzbefall natürlicherweise resistent sind, können relativ leicht pilzresistente Kartoffeln… Mehr 

Was ist ein gentechnisch veränderter Organismus? Wenn die Forschung die Gesetze überholt

Regenerierende Tabakpflanzen nach Transformation

12. Juli 2013 | von: Heike Baron

Was ist ein gentechnisch veränderter Organismus? Laut Gentechnikgesetz ist es „ein Organismus, dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt“ (§3).  Weiterhin ist gesetzlich festgelegt, dass für den Umgang mit diesen Organismen besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten, vor allem dann, wenn sie in die Umwelt entlassen werden, und dass Produkte, die daraus hergestellt werden, gekennzeichnet werden müssen, um den Verbrauchern Wahlfreiheit zu ermöglichen. Bis auf die Kennzeichnungspflicht steht all das bereits im ersten Gentechnikgesetz, das 1990 verabschiedet wurde. Damals bezog sich das Gesetz in erster Linie auf Mikroorganismen.… Mehr 

Warum Anhänger des ökologischen Landbaus eigentlich für Grüne Gentechnik sein müssten

Gerstenfeld

26. April 2013 | von: Keith Kloor und Ramez Naam

Was wäre, wenn es eine Landwirtschaft gäbe, die den Regenwald bewahrt, Giftstoffe im Wasser und in den Böden reduziert und uns mit nährstoffreichen, gesünderen Lebensmitteln versorgt? Klingt wie ökologischer Landbau, oder? Ist aber Grüne Gentechnik. Die Ziele der Öko-Landwirtschaft – weniger Umweltbelastungen und bessere Nahrungsmittel – sind richtig. Aber die Öko-Landwirtschaft schöpft ihr Potenzial nicht aus. Nehmen wir die Ernährung: Es gibt verschiedene Studien (wie diese hier aus Stanford oder diese aus Großbritannien), die im Kern immer zum gleichen Ergebnis kommen: Bio-Lebensmittel sind insgesamt nicht besser oder schlechter als vergleichbare konventionelle Produkte. In Bezug auf die Umweltauswirkungen, möchte man meinen,… Mehr 

“Gentechnik light”: Der kleine Unterschied

Chicoree

15. April 2013 | von: Sebastian Fettig

Letzte Woche gab es in verschiedenen Zeitungen die „Skandalmeldung“, dass „Gentechnik im Chicorée“ sei, was zwar dann im Text relativiert („Gentechnik light“), aber nicht weiter erklärt wurde. Außerdem fühlten sich die Grünen in Person ihres Agrarsprechers Harald Ebner dazu berufen, die Verbraucher zu schützen und eine Kennzeichnung zu verlangen. Weiterhin erfährt man, dass bestimmte Bioverbände wie Demeter oder Naturland die „CMS“ genannte Technik in ihren Richtlinien ausschließen. Was ist CMS? CMS steht für „cytoplasmatische männliche Sterilität“, das ist die vererbbare Eigenschaft, keinen funktionierenden Pollen bilden zu können. Die genetische Information dafür ist nicht im Zellkern, sondern im Cytoplasma zu finden. Die… Mehr 

Biogene Pflanzen: Grüne Gentechnik für die biologische Landwirtschaft?

Kartoffelblüte

6. Februar 2013 | von: Gerhart Ryffel

Die biologische Landwirtschaft und die grüne Gentechnik scheinen sich nicht zu verstehen. Sie sind sich nur einig, dass der andere der Teufel ist und schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. In den letzten Jahren haben aber Vertreter beider Parteien realisiert, dass nicht alles bei der anderen schlecht ist und erste Ansätze formuliert, um das Positive der zwei unterschiedlichen Welten miteinander zu kombinieren. Dies setzt einen Kompromiss voraus, da nicht jede Seite auf Maximalforderungen beharren kann. Als einen solchen Kompromiss habe ich kürzlich „biogene“ Pflanzen (orgenic plants) vorgeschlagen. Diese Pflanzen sind zwar genveränderte Pflanzen (GVP), aber ihre Eigenschaften sind… Mehr