Wohlduftender Reis. Oder: Was macht eine Pflanze zu einer “gentechnisch veränderten”?

reiskoerner

18. Februar 2015 | von: Gerhart Ryffel

Ein zentraler Punkt in der Kontroverse um die Gentechnik ist, ob die Methoden wichtig sind, wie eine neue Pflanzensorte gemacht wird, oder, ob die Eigenschaften der neuen Pflanzensorte entscheidend sind. Die Problematik lässt sich am Beispiel des Reises veranschaulichen. Wohlduftender Reis wie zum Beispiel Basmati ist bei vielen Konsumenten sehr beliebt, für andere ist er eher ungewohnt oder sogar ekelig. Der aromatische Duft beruht vorwiegend auf dem Geruchsstoff 2AP (2-acetyl-1-pyrroline) und wird durch eine Mutation im Gen BADH2 hervorgerufen, das für ein Enzym codiert. Da wohlduftender Reis häufig zu besseren Preisen vermarktet werden kann, wünschen sich Reisbauern, ihre bewährten… Mehr 

Wir machen alles außer Gentechnik

Paprika

22. September 2014 | von: Gerd Spelsberg

Mit dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wird es wohl vorerst nichts. Dass ein mehr oder weniger flächendeckendes Verbot in Deutschland kommt, scheint außer Frage. In erster Linie zielt es gegen „Gen-Mais“, aber auch andere „Gen-Pflanzen“ der großen Agrarkonzerne, falls sie in der EU eine Anbauzulassung erhalten sollten. Jedes Verbot bestätigt und bestärkt das Negativ-Image, das Grüne Gentechnik in der Öffentlichkeit hat. Doch: Welche Pflanzen und welche Züchtungsverfahren fallen eigentlich darunter? Das ist keine theoretische Frage. Daran entscheidet sich, was überhaupt eine Chance hat. Zwischen gentechnisch veränderten Pflanzen und allen übrigen, automatisch als „natürlich“ oder „herkömmlich gezüchtet“ wahrgenommen, besteht eine schroffe… Mehr 

Gentechnik-Mais 1507: Warum etwas verbieten, was niemand haben will?

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10. Januar 2014 | von: Gerd Spelsberg

In den nächsten Tagen muss die EU- und das heißt auch jeder einzelne Mitgliedsstaat – entscheiden, ob der gentechnisch veränderte Mais 1507 für den Anbau zugelassen werden soll. Es wäre – mal abgesehen vom Intermezzo mit der längst schon wieder verschwundenen Amflora-Kartoffel – seit sechzehn Jahren die erste gentechnisch veränderte Pflanze, deren Anbau in der EU grundsätzlich genehmigt würde. Eine eindeutige politische Entscheidung – dafür oder dagegen – hätte eine große symbolische Bedeutung. Und entsprechend hoch geht es her. Wie immer beschwören die Gentechnik-Gegner „unkalkulierbare Gefahren“ und das „Ende einer gentechnik-freien Landwirtschaft“. Ihre Kampagne - Unterschriften, Petitionen und auch… Mehr 

Was ist ein gentechnisch veränderter Organismus? Wenn die Forschung die Gesetze überholt

Regenerierende Tabakpflanzen nach Transformation

12. Juli 2013 | von: Heike Baron

Was ist ein gentechnisch veränderter Organismus? Laut Gentechnikgesetz ist es „ein Organismus, dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt“ (§3).  Weiterhin ist gesetzlich festgelegt, dass für den Umgang mit diesen Organismen besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten, vor allem dann, wenn sie in die Umwelt entlassen werden, und dass Produkte, die daraus hergestellt werden, gekennzeichnet werden müssen, um den Verbrauchern Wahlfreiheit zu ermöglichen. Bis auf die Kennzeichnungspflicht steht all das bereits im ersten Gentechnikgesetz, das 1990 verabschiedet wurde. Damals bezog sich das Gesetz in erster Linie auf Mikroorganismen.… Mehr 

Gentechnik-Kennzeichnung: Bis zum letzten Molekül?

Kennzeichnung Tomatenpürree

10. September 2012 | von: Gerd Spelsberg

In ihrer „Erfurter Erklärung“  fordert das europäische Netzwerk „gentechnik-freier Regionen“, dem sich auch Thüringen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen angeschlossen haben, eine „umfassende, einheitliche“ Kennzeichnungspflicht. Die drei Bundesländer - Bayern will sich noch anschließen - wollen eine entsprechende Gesetzesinitiative in den Bundesrat einbringen. Was genau unter einer „umfassenden“ Kennzeichnung zu verstehen ist, sagt weder die Erfurter Erklärung, noch die Presserklärungen der drei Landesregierungen. Aus gutem Grund: Mit der plakativen Forderung können sich die Landesminister entschlossen für „Wahlfreiheit“ und die Interessen der Verbraucher einsetzen, ohne genau sagen zu müssen, wie sie sich das vorstellen und wie sie es politisch durchsetzen wollen. Klar… Mehr 

Ein europäisches Gesetzgebungs-Paradoxon

Tomate

18. August 2011 | von: Torben Hoffmeister

Stefan Rauschen hat es in seinem blog-Beitrag zu den „unerwünschten Inhaltsstoffen“ thematisiert. Ich will es weiter ausbauen.

Das Thema: Warum werden gentechnisch veränderte Pflanzen einem monströsen Zulassungsverfahren und einer extensiven Risikoabschätzung unterworfen, während durch „klassische“ Verfahren wie Mutagenese erzeugte Pflanzen außer einer Sortenzulassung keinen Regularien unterliegen? Dasselbe gilt für moderne Verfahren der molekularen Pflanzenzüchtung wie z.B. tilling ("Tilling: Die „gute“ Alternative zur Gentechnik?" ). Auch beim tilling gibt es die Mutagenese-Anwendung, die Suche nach der gewünschten Mutation erfolgt durch Anwendung molekulargenetischer Methoden jedoch zielgerichteter. Wenig zielgerichtet sind jedoch die Mutationen, egal ob unter Anwendung chemischer Substanzen… Mehr