Genome Editing bei Schafen: Neue Wege in der Tierzucht

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29. Februar 2016 | von: Gerhart Ryffel

Das Hausschaf ist durch menschliche Domestikation aus dem Mufflon hervorgegangen, wobei insbesondere Tiere gezüchtet wurden, die eine hohe Milchleistung, einen guten Fleischansatz und eine qualitativ hochwertige Wollproduktion aufwiesen. In den schätzungsweise 10.000 Jahren, in denen Schafe als Haustiere gehalten wurden, hat der Mensch durch gezielte Auswahl Schafe gezüchtet, die sich in ihrer Ausstattung an Genen wesentlich unterscheiden. Dabei spielen insbesondere Varianten der Gene eine entscheidende Rolle bei der Ausprägung der Eigenschaften einer Schafrasse. Ein beliebtes Fleischschaf ist das Texelschaf, das ursprünglich auf der niederländischen Nordseeinsel Texel gehalten wurde und wegen seiner hervorragenden Fleischeigenschaften jetzt im großen Stil auch in… Mehr 

Wohlduftender Reis. Oder: Was macht eine Pflanze zu einer “gentechnisch veränderten”?

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18. Februar 2015 | von: Gerhart Ryffel

Ein zentraler Punkt in der Kontroverse um die Gentechnik ist, ob die Methoden wichtig sind, wie eine neue Pflanzensorte gemacht wird, oder, ob die Eigenschaften der neuen Pflanzensorte entscheidend sind. Die Problematik lässt sich am Beispiel des Reises veranschaulichen. Wohlduftender Reis wie zum Beispiel Basmati ist bei vielen Konsumenten sehr beliebt, für andere ist er eher ungewohnt oder sogar ekelig. Der aromatische Duft beruht vorwiegend auf dem Geruchsstoff 2AP (2-acetyl-1-pyrroline) und wird durch eine Mutation im Gen BADH2 hervorgerufen, das für ein Enzym codiert. Da wohlduftender Reis häufig zu besseren Preisen vermarktet werden kann, wünschen sich Reisbauern, ihre bewährten… Mehr 

Dynamische Genveränderungen in Pflanzen: Ganz natürlich und ohne Gentechnik

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12. Januar 2015 | von: Gerhart Ryffel

Die kontroverse Diskussion über Gentechnik in der Landwirtschaft beinhaltet häufig die Vorstellung, dass die vom Menschen angewandten gentechnischen Verfahren mit den natürlichen Prozessen grundsätzlich im Widerspruch seien. Insbesondere bestehen Befürchtungen, dass das Einführen von Genen in die DNA einer Pflanze zu gefährlichen Veränderungen führen könnte, da ja das Gen an einer ganz zufälligen Stelle in die DNA eingefügt wird. Um diese Bedenken zu beurteilen, ist es wichtig, die normalen Vorgänge bei der Weitergabe der DNA an die Nachkommen zu betrachten. Insbesondere muss man sich im Klaren sein, welche konkreten Vorgänge bei der Selektion neuer Pflanzensorten vor sich gehen. Die Neukombination… Mehr 

Grüne Gentechnik für die Grünen: Gezielte Cisgenese

Phythophthora: Befallene und gesunde Kartoffelpflanzen

19. Juli 2013 | von: Gerhart Ryffel

Die Kartoffelfäule, die durch den Pilz Phytophthora infestans ausgelöst wird, ist eines der grössten Probleme im Kartoffelanbau und erfordert eine massive chemische Bekämpfung. Selbst im Biolandbau kann man häufig nicht auf Spritzmittel verzichten, so dass die in der biologischen Landwirtschaft zugelassenen kupferhaltigen Mittel verwendet werden, die aber negative Auswirkungen auf die Bodenökologie haben. Schon seit Jahrzehnten wurde daher versucht, Kartoffelsorten zu züchten, die gegen die Kartoffelfäule resistent sind. Durch Kreuzen zwischen Speisekartoffeln, die bei Konsumenten sehr beliebt, aber gegen die Erreger der Kartoffelfäule anfällig sind, und Wildkartoffeln, die gegen diesen Pilzbefall natürlicherweise resistent sind, können relativ leicht pilzresistente Kartoffeln… Mehr 

Biogene Pflanzen: Grüne Gentechnik für die biologische Landwirtschaft?

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6. Februar 2013 | von: Gerhart Ryffel

Die biologische Landwirtschaft und die grüne Gentechnik scheinen sich nicht zu verstehen. Sie sind sich nur einig, dass der andere der Teufel ist und schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. In den letzten Jahren haben aber Vertreter beider Parteien realisiert, dass nicht alles bei der anderen schlecht ist und erste Ansätze formuliert, um das Positive der zwei unterschiedlichen Welten miteinander zu kombinieren. Dies setzt einen Kompromiss voraus, da nicht jede Seite auf Maximalforderungen beharren kann. Als einen solchen Kompromiss habe ich kürzlich „biogene“ Pflanzen (orgenic plants) vorgeschlagen. Diese Pflanzen sind zwar genveränderte Pflanzen (GVP), aber ihre Eigenschaften sind… Mehr