Wozu noch transGEN?

11. November 2013 | von:

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Machen wir uns nichts vor: Die Grüne Gentechnik ist in Deutschland gesellschaftlich und politisch ziemlich erledigt. „Keine Gentechnik“ ist anscheinend Konsens. Wozu denn noch transGEN?

Als wir 1997 – damals noch unter dem Dach der Verbraucher Initiative – damit begannen, eine Internetplattform zu „Gentechnik bei Lebensmitteln“ aufzubauen, war die Grundidee einfach: Transparenz und Sachinformation. Damals wurden in Brüssel gerade halbherzig die ersten Kennzeichnungsvorschriften auf den Weg gebracht. In den USA gab es die Anti-Matsch-Tomate und in Hamburg und Rotterdam liefen – schon begleitet von Greenpeace-Schlauchbooten – Frachter ein, die erstmals auch gentechnisch veränderte Sojabohnen nach Europa brachten.

Es war abzusehen, dass es eine diffuse Gentechnik-Präsenz im Lebensmittelsortiment geben würde: Von Margarine bis Schokolade (Sojarohstoffe!) und vor allem bei den allgegenwärtigen Zusatzstoffen, Vitaminen und Enzymen. Das, so hieß es damals vollmundig, waren nur die Vorboten einer umfassenden technologischen Innovation, die viele Bereiche der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft – und damit der täglichen Nahrung – erfassen sollte.

Schon da war die später massiv aufbrechende Verunsicherung der Verbraucher zu spüren. Daraus würde, dachten wir, eine wachsende Nachfrage nach Information entstehen, nicht nur danach, in welchen Produkten „Gentechnik drin“ ist, sondern auch wozu das gemacht wird, oder welche Risiken und Folgen damit verbunden sein könnten. Der „informierte Verbraucher“, so nicht nur unser Leitbild damals, brauchte eben verlässliche, verständliche und fundierte Informationen, damit er eine „informierte Entscheidung“ treffen konnte. Bei transGEN sollte er genau das finden können.

Diese Grundidee – Sachinformationen anstelle von fertiger Meinung – gleich ob pro oder contra Gentechnik – fand damals Unterstützung über die heute so scharf gesteckten Lagergrenzen hinweg. Die Entwicklung der ersten transGEN-Version finanzierte das damals von der grünen Bärbel Höhn geleitete Umweltministerium in NRW, später ermöglichte das Umweltbundesamt den Aufbau einer Datenbank mit Studienergebnissen zum Anbau von gv-Pflanzen, das FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) übernahm die transGEN-Datenbank für die Schweiz. Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die sich um das schwindende Verbrauchervertrauen in die Produkte der Lebensmittelindustrie sorgte, und der BLL – Dachverband der Lebensmittelwirtschaft – beteiligten sich an der Finanzierung von transGEN. In den ersten Jahren gab es sogar Selbstauskünfte zahlreicher großer und kleiner Unternehmen darüber, in welchen ihrer Produkte Gentechnik beteiligt gewesen sein könnte. Oder auch darüber,  was sie schon damals taten, um potenziell GVO-verdächtige Zutaten oder Beimischungen zu vermeiden.

Das Konzept kam an: transGEN entwickelte sich zu einer gut besuchten Seite, die wegen ihrer soliden, verlässlichen Informationen geschätzt und genutzt wurde. Doch mit der Zeit wurde die Luft dünner. Gentechnik war nicht länger ein neues, interessantes Thema, über das man sich erst einmal informieren wollte, sondern man hatte dazu inzwischen eine Meinung – und meist keine positive. Gentechnik war nicht mehr nur ein kontroverses Sachthema, es wurde ein Symbol für alles, was die Konsumenten zumindest bei ihren Lebensmitteln nicht haben wollten: Technisierung, Rationalisierung, Globalisierung, große internationale Konzerne. Das „Nein zur Gentechnik“ war in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Wer grundsätzlich und aus ganzem Herzen gegen Gentechnik ist, will dafür Bestätigung. Was aber nicht in das eigene fertige Meinungsbild passt, steht unter Verdacht, bloß interessengeleitet zu sein. Die „neutrale“ Sachinformation wird dann wahrgenommen als Information im Dienste der Agrarlobby.

Diesen Wandel bekamen wir auch bei transGEN zu spüren. Die vormals breite Unterstützung zerbröselte. An eine öffentliche Finanzierung – etwa durch Zuschüsse aus Bundes- und Landesministerien – ist seit Jahren nicht mehr zu denken. Zwangsläufig verschob sich damit das Unterstützer-Spektrum und die Industrie bekam ein Übergewicht.  Das mündet in den Vorwurf, transGEN sei nicht unabhängig, sondern werde von „den Konzernen“ bezahlt. Auf die Dauer leidet darunter unsere Glaubwürdigkeit, auch wenn wir immer wieder auf unsere redaktionellen Leitlinien verweisen, auf die Sorgfalt, mit wer wir recherchieren und Informationen überprüfen.

Unser Thema - „Gentechnik bei Lebensmitteln“ – hat sich anders entwickelt als vor 15 Jahren erwartet. Vorerst wird es keine gv-Lebensmittel im Supermarkt um die Ecke geben – oder genauer: keine, die gekennzeichnet sind -, und auch die deutschen Landwirte werden erst einmal keine gv-Pflanzen auf ihren Felder ausbringen. Forschungsprojekte gibt es zwar, aber nur in den „geschlossenen Systemem“ von Labor und Gewächshaus.

Deutschland sieht sich als „gentechnik-freie“ Zone, aber deswegen hat sich transGEN noch lange nicht erübrigt. Es wäre fatal, wenn Gentechnik vollends zum Tabu würde – und im Sog des Zeitgeistes einige andere molekularbiologischen Verfahren in Pflanzenzüchtung und Lebensmitteltechnologie gleich mit. Wir wollen mit transGEN dazu beitragen, dass die Grüne Gentechnik im Gespräch bleibt, durchaus kontrovers, aber offen, problemorientiert und ohne  moralisches Naserümpfen. Differenzierte, wissenschaftsbasierte Sachinformation ist dabei nötiger denn je.

Und, so schwierig das Umfeld auch manchmal ist: Entgegen dem seit Jahren abnehmenden Informationsinteresse an „Gentechnik“ (vgl. Diagramme unten) hat sich transgen.de gut behauptet. Noch immer liegt die Plattform an der Spitze der deutschsprachigen Seiten zum Thema. Glücklicherweise zählt immer noch weniger  die Gesinnung als die Qualität und der Nutzen der angebotenen Informationen.

Vor drei Jahren haben wir einen als gemeinnützig anerkannten Förderverein gegründet. Die Idee: Der Verein erhält Spenden, kleine, vielleicht auch die ein oder andere größere, und kann so dazu beitragen, transGEN aus der finanziellen und Glaubwürdigkeitsklemme zu befreien. Bisher ist das ansatzweise gelungen. Es wäre einfach schön – und auch so etwas wie Bestätigung für uns -, wenn transGEN von möglichst vielen Personen, Medien, Verbänden, Unternehmen und Institutionen getragen werden würde, die das Projekt  schätzen oder sein Informationsangebot auf die ein oder andere Weise nutzen.

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Relative Häufigkeit des Suchbegriffs “Gentechnik” bei Google, 2004-2013 (google trends)

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Besuche auf transgen.de; 2004-2013 (Visits / Monat)

Kommentare

  1. biowolf sagt: 12. November 2013

    Der ganze Artikel ist ein Hohn. Von mir aus kann dieser Lobbyverein hier gerne dicht gemacht werden, die Mission ist ja nach eigenen Angaben erfüllt. Die meiten Verbraucher haben den Widerstand aufgegeben.

  2. Gerd Spelsberg sagt: 12. November 2013

    Das ist aber mal eine exklusive Meinung. Wogegen haben die meisten Verbraucher ihren Widerstand aufgegeben? Gegen die Gentechnik? Aber warum gibt es in Deutschland denn keine Lebensmittel (gekennzeichnet) zu kaufen? Warum werden keine gv-Pflanzen angebaut?
    Nicht die Konzerne haben gewonnen, sondern NGOs und Gentechnik-Gegner. Und deswegen fragen wir uns, wie wir http://www.transgen.de weitermachen wollen (und das auch finanzieren können).

  3. Peter Langelüddeke sagt: 12. November 2013

    Sicher, im Augenblick sieht es in Deutschland, was Grüne Gentechnik angeht, ziemlich zappenduster aus. Aber es gibt ja auch Entwicklungen und Vorkommnisse in der EU, die möglicherweise auch Einfluss aufdie Situazion in Deutschland haben können. Und außerhalb Europas hat der Anbau transgener Pflanzen von Jahr zu Jahr massiv zugenommen. Es gibt Leute die so unverfroren sind, zu verlangen, darüber objektiv informiert zu werden. Da reicht der so genannte “Informationsdienst Gentechnik” eben nicht aus. Dafür habe zum Beispiel ich mich seit Jahren immer wieder bei Transgen schlau gemacht. Und das möchte ich auch weiterhin.

  4. biowolf sagt: 14. November 2013

    Deutschland GVO-freie Zone?? Den Dreck gibt es hier in Deutschland nicht nur zu kaufen (! ungekennzeichnet !), er wird sogar angebaut:

    http://www.transgen.de/anbau/deutschland/935.doku.html

    Die meisten Verbraucher haben den Widerstand aufgegeben weil sie GVO unerkannt kaufen und deshalb denken, das es sie nicht betrifft.

    Damit die Konzerne nicht durch die Hintertür gewinnen: Petition zeichnen!

    Genmais stoppen: Gentechnik-Verbot in den Koalitionsvertrag!

    Die Europäische Kommission will den DuPont-Genmais 1507 zulassen. Schon im Frühjahr könnte diese Sorte auch in Deutschland angebaut werden. Dieser Mais produziert ständig Insektengift, das Schmetterlinge und andere Insekten gefährdet.

    Die Bundesregierung kann den Anbau von Genpflanzen verhindern. Dies muss in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden, so wie es CSU und SPD vorschlagen.

    https://www.campact.de/gentechnik/appell/teilnehmen/

  5. Gerd Spelsberg sagt: 15. November 2013

    Zu den Fakten (an der Meinung kann ich ja ohnehin nichts ändern):
    - In Deutschland wurden zuletzt 2008 gv-Pflanzen angebaut, seitdem nicht mehr.
    - Die letzten Freisetzungsversuche (kein Anbau, Versuche!) gab es 2012, in diesem Jahr keine.
    - Die EU-Kommission führt das Zulassungsverfahren für 1507-Mais weiter, das sie jahrelang liegen gelassen hatte. Der Europäische Gerichtshof hatte entschieden, dass der Antragsteller (in diesem Fall Pioneer) ein Recht auf eine Entscheidung hat. Die EU-Mitgliedstaaten können die Zulassung von 1507-Mais nun ablehnen. Dazu brauchen sie eine qualifizierte Mehrheit und eine rechtlich saubere Begründung.
    - 1507-Mais gefährdet Schmetterlinge und Insekten? Gibt es dazu Untersuchungen, die zeigen, dass das unter natürlichen Bedingungen (nicht bei Fütterungstests im Labor) der Fall ist?

  6. torben hoffmeister sagt: 15. November 2013

    Lieber Gerd Spelsberg, unbedingt weitermachen ! Es muss ja eine Oase in der Wüste der Borniertheit und Dummheit geben.
    Und nun zu biowolf: Sie sind ein typischer Vertreter in dieser Wüste unbegrenzter Borniertheit oder soll man eher sagen der maßlosen Bigotterie. Haben Sie schon mal was von Biologics oder humanisierten Antikörpern gehört ? Alles Produkte aus GVO und im Fall von attenuierten Impfstoffen selbst GVO, die dann sogar parenteral verabreicht, also in den menschlichen Körper freigesetzt werden. Ein Drittel aller neuen Therapeutika stammen aus solcher Produktion. Konsequent wäre es, Ihnen und gleichgesinnten diese lebensrettenden Medikamente zu verwehren und sie in die selbst angerichtete Wüste zu schicken.

  7. biowolf sagt: 15. November 2013

    @Spelsberg : Zu ihren “Fakten”:
    –auch bei “Feisetzungsversuchen” wird GVO in der freien Wildbahn freigesetzt. Spitzfindig, dies hier nicht als Anbau zu sehen.
    -ist es bewiesen das 1507 in der freien Natur keinerlei andere Organismen schädigt?

    @hoffmeister:sie sind der typische Befürworter.
    Wenn man nicht mehr weiter weiss wird das THema ausgeweitet. Sie wollen Freisetzungen in der Natur für ungefährlich erklären weil es auch im Mensch praktiziert wird?
    Und würden anderen lebensrettende Maßnahmen verwehren, wenn diese nicht ihrer Meinung sind…

    Aber keine Angst, ich will keine rekombinanten Antikörper. Auch keine Antibiotika und Hormone. Nur ungerecht, das ich diese sauteure weiße GenTechnik für sie über die Krankenkasse mitzahlen muß. Sie glauben doch sicher noch an die Schweinegrippe?? Und finden Atomkraft immer noch gut??

  8. Peter Langelüddeke sagt: 15. November 2013

    Ach Du meine Güte: Habe die Campact-Adresse mal angeklickt: Eigentlich hätte ich vom Stuhl fallen können, wenn ich nicht auf diese Dummheiten vorbereitet gewesen wäre – in jahrelangem Training: Hier der Text der Petition:
    “Genmais stoppen: Gentechnik-Verbot in den Koalitionsvertrag! Die Europäische Kommission will den DuPont-Genmais 1507 zulassen. Schon im Frühjahr könnte diese Sorte auch in Deutschland angebaut werden. Dieser Mais produziert ständig Insektengift, das Schmetterlinge und andere Insekten gefährdet. Die Bundesregierung kann den Anbau von Genpflanzen verhindern. Dies muss in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden, so wie es CSU und SPD vorschlagen.”

    Da ist also die Rede von “Genmais”, und die Bundesregierung soll den Anbau von “Genpflanzen” verhindern. Nach meinen zugegeben bescheidenen Kenntnissen (meine Studienjahre liegen mehr als halbes Jahrhundert zurück) enthalten alle Pflanzen Gene, sind also Genpflanzen. Um deren Anbau wirksam uns nachfaltig zu verhindern, dern, müssten Atombomben eingesetzt werden, dann wäre erstmal für ein paar Jahre Ruhe.

    Aber stolz verkünden die Initiatoren, dass sie schon mehr als 100.000 Unterschriften zusammen haben und dass sie die 150.00 anstreben. Ein erbärmliches Trauerspiel, wie hier mit den Ängsten der Mitmenschen umgegangen wird. Aber bestimmte NGOs müssen sich ja immer mal wieder laut schreiend zu Wort melden, damit Spendengelder fließen.

  9. torben hoffmeister sagt: 15. November 2013

    Biowolf
    Zu den Fakten. Sie finden es spitzfindig einen Freisetzungsversuch vom Anbau zu unterscheiden. Die gewaltigen Unterschiede sind Ihnen wohl nicht bekannt, aber das hält Sie nicht davon ab, hier lauthals ein generelles Verbot zu fordern. Aber ein gefestigtes Weltbild oder besser Glaube braucht keine Fakten oder gar mehr Wissen.
    Zu den anderen Ausführungen: Wollen Sie auch aufs Wäschewaschen verzichten ? Da ist Gentechnik drin in Form rekombianter Enzyme. Wenn Sie Diabetiker wären oder einen Tumor hätten, der nur in Schach zu halten ist mit einem teuren rekombinanten Antikörper, würden Sie nicht mehr so nassforsch Verzicht predigen. Der Spruch geht anders “Wenn ich nicht mehr weiter weis, gründe ich einen Arbeitskreis”. In Ihrer Welt müsste Arbeitskreis durch “noch ne Kampagne” ersetzt werden und es stimmt wieder. Ach übrigens, es fehlt noch, dass Sie sich auch als Impfgegner outen.

  10. biowolf sagt: 15. November 2013

    @Langelüddeke
    Zitat:” enthalten alle Pflanzen Gene, sind also Genpflanzen”
    Ist das ihr einziges Pro-GVO Argument??

    @hoffmeister
    Dann erklären sie dochmal warum die Gefahren bei Freisetzung nicht bestehen. Ach, ich vergaß, für sie gibt es KEINE Gefahren bei Gentech.

    Ja, die Gentechnik ist schon ein wunderbares Geschenk! Ich frage mich wie die Leute früher ihre Wäsche gewaschen haben. Diabetes wurde von Hypokrates beschrieben, damals wurde einfach auf Kohlenhydrate verzichtet. Oh, rekombinante Therapie kann Tumore garnicht heilen?? Aber sauteuer, und das Geld fehlt dann in der Vorsorge. btw, nur zu ihrer Info: Ich habe auf eine schulmedizinische Therapie verzichtet und zahle die Alternative selber. Und zahle auch mehr Geld für Lebensmittel wie mein Name schon vermuten lässt. Und ich werde auch von niemanden für meine Meinung gesponsort.

    Sind sie eigentlich einfach nur so ein GVO Fanboy oder werden sie dafür bezahlt?? Bei Befürwortern gründet man einen Lobbyverein weil die Aussicht auf Profit genug Kapital zusammentragen lässt, oder nicht?

  11. Peter Langelüddeke sagt: 16. November 2013

    @ biowolf

    Mein Hinweis darauf, dass alle Pflanzen Gene enthalten, war kein Argument pro Gentechnik, sondern nur ein Argument gegen die schlampige Sprache der Petititons-Verfasser. Leider hat sich diese Unsitte, gentechnisch verbesserte Pflanzen einfach als “Gen-Pflanzen” zu bezeichnen, bis in die seriöse Presse verbreitet. Im Extremfall wird dann sogar von “Gen-Anbau” oder von “Gen-Landwirten” oder gar von “Gen-Konzernen” fantasiert. Das soll bei dem ahnungslosen Normalbürger den Eindruck erwecken, dass Gene Gift seien. Hat ja leider auch funktioniert.

    Da Sie das Thema Diabetes ansprechen: Mich hat verwundert, dass Diabetes eine seit dem Altertum bekannte Krankheit ist. Bei Wikipedia fand ich:

    “In der Antike wurde die Diagnose durch eine Geschmacksprobe des Urins gestellt, denn der Harn von Personen mit Diabetes weist bei erhöhtem Blutzuckerspiegel einen süßlichen Geschmack auf.”

    Nur, Herr Biowolf, Symptome einer Krankheit festzustellen, ist eine Sache (Guten Appetit!). Die Ursache zu finden und dann eine Behandlung einzuleiten, eine andere. Und die Ursache kennt man erst seit Anfang der 1920er Jahre: Es fehlte Insulin. Da man mit dem Verzicht auf Kohlenhydrate nicht weiterkam, hatte es sich eingebürgert, als Gegenmittel Insulin aus der Bauspeicheldrüse des Rindes zu spritzen. Später kam das Insulin aus der Bauchspeicheldrüse des Schweins hinzu, das verträglicher ist und sich vom Human-Insulin nur durch eine Aminosäure unterscheidet. Das konnte man chemisch sogar umarbeiten. Als viel einfacher und sicherer erwies es sich dann, Humaninsulin von gentechnisch optimierten Kolibakterien herstellen zu lassen. Das ist heute Standard. Eine der größten Insulin-Anlagen der Welt steht im Industriepark Höchst und ist hervorgegangen aus intensiven Vorarbeiten aus der Zeit, als es dort noch die Hoechst AG gab.

  12. GVO Fan sagt: 16. November 2013

    Wie schön, lieber Biowolf, dass die Gegner der Gentechnik nicht nur gen- sondern auch lobbyfrei sind – oder doch nicht? Schaut man sich die Finanzberichte vom Des-”Informationsdienst Gentechnik” oder von “Kein Patent auf Leben” und wie sie alle heißen, an, stellt man schnell fest: Es stecken immer dieselben Leute dahinter, und immer dasselbe Geld: von Biolandbauvereinigungen und Bio-Lebensmittelketten wie tegut und anderen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Die Greenpeace-Experten wissen seit langem (ich war einer von denen), dass GMOs nicht gesundheitsgefährdend sind und einige Greenpeace-Organisationen außerhalb Deutschlands sind schon lange der Meinung, dass die Fundamentalopposition gegen GMOs aufgegeben werden sollte, aber GP Deutschland ist zu mächtig und die Angstmasche verfängt einfach zu gut, als dass man das aufgeben wollte … die Geister, die ich rief … Es ist ganz einfach so, dass die großen Umweltschutzorganisationen mit der Angst der Deutschen supergutes Geld verdienen. Bei der medizinischen Gentechnik haben sie das auch versucht, aber die Vorteile waren einfach zu überzeugend, als dass Millionen Diabetiker, Krebs- und Herzkranke darauf verzichten wollten. Sie scheinen da ja Hardliner zu sein – Ihre Entscheidung. Da Sie aber verbal so um sich schlagen und auf Alternativmedizin setzen, empfehle ich gegen Ihre Aggressionen und die Gen-Angst Bachblüten, z. B. Nr 85 (Angst) http://www.bachblueteninformation.de/bachbluten-fur-angsten/angst.htm, Nr. 49 (Panikattacken) oder 63: Das hilft, “Sich gemäßigt zu verhalten
    Die Ruhe zu bewahren und weniger explosiv zu sein
    Seine Wut zu beherrschen
    Das Selbstvertrauen zu stärken
    Ausgeglichener zu sein
    Keine destruktiven Gedanken zu haben.” http://www.bachblueteninformation.de/bachbluten-fur-geistige-probleme/borderline.htm
    Schönen Sonntag noch!

  13. torben hoffmeister sagt: 16. November 2013

    biowolf: Ich glaube Ihnen, dass Ihre Meinung nicht gesponsert ist. Genau wie ich nicht bezahlt werde für meine Meinung hier. Ich habe einfach nur eine grundsolide naturwissenschaftliche Ausbildung gehabt und lasse mir das Denken weder abnehmen noch verbieten. Leider sind Sie wie so viele in diesem Land den Angstmärchen spendensammelnder Organisationen aufgesessen (sihe GVO-Fan). Werden Sie glücklich mit der Alternativmedizin, aber seien Sie dann auch so ehrlich, dass im Ernstfall nicht die Globuli geholfen haben, sondern Produkte der Wissenschafts-basierten Medizin und dazu gehören inzwischen auch Produkte der Gentechnik.
    Welche Gefahren meinen Sie bei “Gentech” oder Freisetzung ?

  14. GentechnikSuppenwürfelMachenKrebs sagt: 17. November 2013

    Wie steht die “Gentechnik – Nein, danke”-Bewegung eigentlich dazu, dass Gentechnik eingesetzt wird, um GMO-Freiheit von Lebensmitteln nachzuweisen? Müsste das nicht konsequenterweise auch verboten werden?

  15. Dirk Büssis sagt: 18. November 2013

    Lieber Gerd,

    es steht außer Frage, dass das Projekt transGEN weitergeführt werden muss. Einerseits wegen des Forums, in dem die ständigen inhaltsleeren, wutentbrannten Empörungsergüsse (von welcher Seite muss ich ja wohl nicht erklären) den sachverständigen Klarifizierungen durch Wissenschaftler gegenüberstehen. Zum anderen wegen der umfassenden Datenbank zum Thema Gentechnik.

    Zwei Vorschläge von mir:

    - ein transGEN Wiki: Wissenschaftler können schnell Informationen (moderiert) zu jedem möglichen Thema einstellen. Hintergrund ist das “alte” Forum, in dem ein unglaublicher Reichtum an Informationen dahin schlummert. Ich bin sicher, Wissenschaftler werden transGEN unabhängig (ohne Bezahlung) mit Informationen aus “erster Hand” unterstützen werden.

    - Unterstützung würde ich zZ eher aus dem Ministerium für Wirtschaft und Technologie suchen. Das BMBF steht zZ sich nur orientierungslos gegenseitig auf den Füssen.

    Lieber Peter,

    “Genpflanzen” mit allen Varianten (-mais, raps, etc.) ist doch nur ein Kampfbegriff. Wir wissen doch schon sehr lange, dass inhaltsschwache Begriffe benutzt werden können, um ohne Argumente zu diskreditieren. Dazu gehört der Begriff der “Risikotechnologie” – seit 25 Jahren gegen die Gentechnik erfolgreich eingesetzt. Grüne und andere (ja auch die Sozn/ bin 2009 ausgetreten) nutzen billigste Propaganda Methoden um etwas zu verhindern, was sie bis heute nicht verstanden haben, nicht verstehen wollen.

    Lieber biowolf,

    typisch nicht im eigenem Namen aber dafür im Namen irgendeiner Mehrheit zu “reden”. Ganz, ganz schwach.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dirk Büssis

  16. Gerd Spelsberg sagt: 18. November 2013

    Das ist ein interessanter Vorschlag, Dirk. Damit so ein Wiki lebt und funktioniert, braucht es eine aktive Wissenschaftler-Community. Denkst Du, denkt Ihr, dass da etwas möglich ist?

  17. Dirk Büssis sagt: 18. November 2013

    Lieber Gerd,

    bin sofort dabei. Und ich denke, dass viele andere Wissenschaftler dabei sein werden. Wichtig – und im Gegensatz zu Wikipedia – ist, dass Beiträge unterschrieben sein müssten. Damit stehen die Beiträger zu ihren Beiträgen. Das steht für Glaubwürdigkeit. Und im krassen Gegensatz zu all den anonymen Gegen-Alles- Kotzbrocken.

    Beste Grüße

    Dirk

  18. Reinhard Szibor sagt: 22. November 2013

    Ach, liebe Leute, seid doch nicht so kleinmütig!
    Ideologien kommen und gehen! Wer hätte 1944 gedacht, dass es in Deutschland ‚‘mal wieder jüdische Gemeinden und Synagogen geben wird, die von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert und vom Bundespräsidenten besucht werden?! Nur noch 25% der Deutschen äußern sich in Befragungen noch antisemitisch (immer noch zu viel aber im Vergleich zu 1944 erfreulich wenig.)! Wer hätte zur Blütezeit des Lyssenkoismus (bis etwa zu Stalins Tod 1953) gedacht, dass es in Moskau und Ostberlin, Halle, Jena usw. einmal wieder genetische Institute geben wird, die die Existenz von DNA öffentlich anerkennen dürfen? Wer hätte in den 50iger Jahren gedacht, in denen es noch den Straftatbestand „Homosexualität“ gab, geregelt im § 175, dass in deutschen Großstäten bekennende Homosexuelle zu Bürgermistern gewählt werden oder in der BRD zu Ministern bestellt werden können? Die Liste des Untergangs von absurden Ideologen kann beliebig fortgeführt werden. In den Kirchen, die bisher als Bollwerke des Widerstands gegen die Gentechnik galten zeichnet sich gerade ein Tauwetter ab.
    http://www.gruenevernunft.de/meldung/interview-mit-prof-dr-reinhard-szibor-zur-ekd-synode-2013
    http://blogs.faz.net/planckton/2013/11/19/steht-der-papst-auf-die-goldenen-gene-900/
    Obwohl erkannt wird, dass CMS Technik eine Art kleiner Gentechnik ist, beherrschen die auf diese Art gezogenen Gemüsesorten die Regale in den Supermärkten und halten sogar Einzug in die sogenannten „Bioläden“, was hier schon diskutiert wurde.
    Also, bitte weiterkämpfen! Dokumente wie sie hier abgebildet sind http://www.pflanzen-forschung-ethik.de/
    http://www.gen1-28.de/index.php/aufsaetze, , zeigen, dass man etwas bewirken kann. Die EKD ist dabei ihre Position zu überdenken. Die Wirkung von Transgen ist in vergleichbaren Zusammenhängen nicht zu unterschätzen. Transgen macht Sinn! Weitermachen! Übrigens, ich habe durch die Diskussionen in Transgen viel gelernt! Andere vielleicht auch!

  19. Hope sagt: 26. November 2013

    Ist denn weltweit noch nicht genug zerstört? Wer glaubt Herrgott spielen zu dürfen sollte das Ganze begreifen und ich behaupte es gibt keinen einzigen Menschen der das tut auf dieser Erde.
    Wir haben ein sehr komplexes System und die Auswirkungen jeder Manipulation zieht weit größere Kreise als sich offensichtlich sämtliche Wissenschaftler und Akademiker bewusst sind. So lange die Welt vom Geld regiert wird und die Menschen die Erde, sämtliche Lebewesen und Pflanzen selbstsüchtig ausbeuten, so lange können sich Wissenschaftler und Ideologen sinnlos streiten. Es ist Zeit aufzuwachen und zu schauen, was ist durch die menschliche Manipulation in allen Bereichen passiert und was für Wege gibt es noch aus dieser Missere. Es stirbt der ganze Pazifik im Moment scheinbar unbemerkt, nur allein weil die Menschheit ihren Müll nicht entsorgen kann, damit meine ich natürlich auch Fukushima, aber nicht allein, sonder auch unser großes Plastik-Problem und der Wasservergiftung. Bienen und Insekten kämpfen ums überleben durch unsere Monokultur, Varroa – die wir uns selbst hergebracht haben, upps ist halt passiert – . Spritzmittel, die wir zum Eigennutz einsetzten “müssen”. Reicht es wirklich immer noch nicht? Wir zerstören so nicht nur so unsere Welt, unseren Lebensraum, sondern letztlich uns selbst, aber dagegen helfen vermeintlich Impfungen und Medikamente, was bei genauem Hinsehen auch ein absoluter Trugschluss ist. Aber macht ja nix, das Geld regiert. In diesem Sinn kann ich biowolf nur unterstützen und hoffen, dass alle Anderen endlich aufwachen! Genmanipulation kann niemals gut sein, denn die Folgen im Ganzen sind nicht überschaubar!

  20. Gerd Spelsberg sagt: 26. November 2013

    “Hope” ist ein hoffnungsloser Weltuntergangsprophet.

  21. Inge Broer sagt: 26. November 2013

    Lieber Hope, da ist ja viel dran, aber kann die Alternative sein die Hände in den Schoß zu legen oder so weiter zu machen wie bisher? Müssten wir nicht versuchen die Plastikflut einzudämmen, Wege zu finden wie man mit besseren Kultivierungsverfahren die Menschen satt machen kann? Alternativen zur Kernkraft zu finden die ausreichend Netto-Energie liefern ohne einen Konkurrenz zu Lebensmittelproduktion zu sein? Dein Beitrag zeigt doch gerade dass wir auf kein Mittel verzichten können wenn es uns einer echten Lösung der Probleme näher bringt. Da kann ich den letzten Satz überhaupt nicht verstehen. Was hat die genetische Veränderung mit den oben genannten Problemen zu tun, warum kann sie nicht gut sein und warum ist sie automatisch mit Geld verknüpft? Anstatt unsere Zeit und Kraft mit einen politischen und unsinnigen Debatte zu verschwenden die an den echten Problemen vorbei geht sollten wir uns lieber zusammen setzten und nach Lösungen suchen.. Wo ist deine Biowolf?
    Transgen ist so wichtig weil es uns immer wieder aus der Flut der ideologischen Wirren auf den Boden der Tatsachen bringen kann. Und nur von da lasse sich echte Lösungen finden. Wenn das eine gute Lösung ohne Gentechnik ist, prima. wenn man sie braucht , auch gut. Aber lasst und endlich weggehen von dieser Art der Debatte.

  22. Dirk Büssis sagt: 27. November 2013

    Liebe Inge,

    “Hope” nutzt ganz bewusst die uralte Nummer, genauer den Vorwurf: denn sie (die Wissenschaftler und Akademiker) wissen nicht, was sie tun. Immer wieder kommen diskreditierende Unterstellungen wie (sic) “Wir haben ein sehr komplexes System und die Auswirkungen jeder Manipulation zieht weit größere Kreise als sich offensichtlich sämtliche Wissenschaftler und Akademiker bewusst sind.” Hiermit stellt sich “Hope” weit über das Wissen (sic) “sämtliche”r “Wissenschaftler und Akademiker”. Ausgehend von seiner/ihrer Aussage gehe ich also davon aus, das “Hope” kein(e) Wissenschaftler(in) ist, da “sämtliche” Andere die eigene Person nicht einschließen kann. Woher also kommt diese Selbstsicherheit, es besser zu wissen als (sic) “sämtliche Wissenschaftler und Akademiker”.
    Hier kann man Ross und Reiter nennen. Um 2003-4 kam exakt diese Kampagne von Greenpeace (Ross), geleitet von Then (Reiter), damals Chefcampaigner Gentechnik, revidiere Pflanzengentechnik. Then hatte damals entdeckt, dass man gar nicht auf wissenschaftliche Ergebnisse eingehen muss, sondern nur darauf mit allen zehn Fingern zeigen kann: niemand kann genau wissen, was die Auswirkungen der Gentechnik sein werden. Der Satz “niemand kann genau wissen” ist seitdem legendär und wird von Journalisten aller Façon seitdem permanent für alles wiederholt.
    Mal abgesehen davon, dass der Satz “niemand kann genau wissen” eigentlich für alle (!) Lebensbereiche gilt, war er besonders effektiv für die Pflanzengentechnik. Andere Bereiche hat er soweit nicht sonderlich gestört. Warum eigentlich?
    Und hier setzt meine Wut und Kritik über Greenpeace (Ross) und Then (Reiter) ein: niemanden bisher ist es gelungen, Wissenschaftler in einem Ausmaß zu diskreditieren, wie diesem Ross und Reiter. Und das nur mit dem einfachen: denn sie wissen nicht, was sie tun.
    Über 25 Jahre war es Wissenschaftlern nicht möglich, einem größeren Publikum den Sinn (oder auch Unsinn) ihrer Arbeit zu transportieren. Aber warum? S.o.
    Dirk Büssis

  23. Heinz-Josef Hirsch sagt: 28. November 2013

    Ich nehme an Sie, „Hope“, gehören zu denjenigen, die sich schon schuldig fühlen, dass wir – die Menschen – überhaupt existieren. Wenn wir also schon mal auf dieser Welt sind, dann doch bitte so: Fristen einer kümmerlichen Existenz im „Einklang“ mit der Natur. Jegliches Aufbegehren – sprich „Manipulation“ zu unserem Wohlbefinden – ist verboten, denn niemand, sei er auch eine noch so große Koryphäe, begreift „das Ganze“.
    Stimmt, keiner begreift das Ganze. Also „Hope“: Nichts mehr machen; Strom aus; Computer aus; keine Verkehrsmittel mehr benutzen; Krankheit Krankheit sein lassen; keinen Arzt mehr aufsuchen, der technisches Gerät verwendet; nichts mehr im Supermarkt kaufen, sich nur noch von unveränderten ursprünglichen Pflanzen und Tieren ernähren. Kurz: Einfach nur sein Dasein fristen.

    ICH möchte nicht so leben. Ich möchte auch nicht, dass meine Kinder so leben, auch nicht meine Verwandten, Freunde und Bekannte und auch nicht, alle die, die sich nach einem besseren Leben sehnen. Und deshalb gehört eben – um mal Ihren Ausdruck zu verwenden – „Manipulation“ dazu. Da kann das eine oder andere schon mal daneben gehen. Aber, generell geht es heute mehr Menschen besser als je zuvor.
    Nicht immer nur auf berufmäßige Jammerer und Pessimisten hören.
    Lesen Sie doch mal das Buch von Matt Ridley, was leider den blöden deutschen Titel hat „wenn Ideen Sex haben“, aber im englischen Original übersetzt etwa lautet: Der vernünftige Optimist. Wie sich Wohlstand entwickelt.
    MfG
    Heinz-Josef Hirsch

  24. torben hoffmeister sagt: 29. November 2013

    Eine solche Nachsicht wie von Inge Broer und Hans-Josef Hirsch mit den misanthropischen Ergüssen von hope kann ich nicht aufbringen. Solches in der Luxus-Gesellschaft leider auf fruchtbaren Boden fallendes Gejammer macht mich wütend. hope gehört zu jener Klasse moderner Menschen der “Zivilgesellschaft” die erstens alles besser wissen, zweitens alle beklagten Errungenschaften der Moderne trotzdem wie selbstverständlich nutzen und auch gern das nie dagewesene, heutige hohe Durchschnittsalter erreichen möchten und drittens mit ihrer Sicht- und Handelweise gern missionieren gehen und es anderen aufdrücken wollen. Wütend macht mich das auch, weil sie mit ihrem Missionseifer auch andere Menschen anstecken und so fleißig an dem Ast sägen, der dieser Gesellschaft den Wohlstand sichert. Vielleicht müssen solche wie hope erst Kinder bekommen, um auf eine andere, optimistische Denkweise zu kommen. Aber halt, in der Denkwelt der Misanthropen belasten Kinder mit ihrem CO2- oder anderweitigen Abdruck ja die Erde. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  25. HUM sagt: 29. November 2013

    …mal abgesehen von den beiden Forumstrollen, die offenbar nur provozieren wollen:
    über 154.000 Menschen zeichneten die campact Kampagne (wenn da keine Bots o.ä. mitgeholfen haben)…

    Gerade mal 877 Unterstützer zeichneten bisher

    https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-kinder-jetzt

    die golden rice Petition “Rettet die Kiinder. Jetzt”

    Bei z.B. über 30.000 Mitgliedern im VBIO frage ich mich – etwas provokant formuliert- ob (A) uns Biologen im Speziellen und den Naturwissenschaftlern im Allgemeinen der Glaube an eine vernunft- und wissenbasierte Wissenschaft abhanden gekommen ist, oder (B) ist es Gleichgültigkeit, weil die meisten in anderen Disziplinen arbeiten oder (C) sind wirklich nur noch so wenige übrig geblieben und der Rest hat resigniert… man könnte ja auch anonym zeichen, wenn man sich vor Repressalien fürchten muss…
    Ähnliches gilt übrigens auch für die Reaktion bei HannoverGen…
    https://www.openpetition.de/petition/online/lernen-sie-das-schulprojekt-hannovergen-kennen-bevor-sie-es-beenden-herr-weil

    3707 haben gezeichnet…. wo bleibt der Rest der naturwissenschaftlich Ausgebildeten???
    Da schwanke ich dann zwischen Wut und Verzweiflung, Herr Hoffmeister, wenn ich mir das anschaue…

    Daher ist es m.E. um so wichtiger, dass Transgen -in welcher Form auch immer- weitergeführt wird! Mein Dank an dieser Stelle für die hervoragende Informations-&Diskussionsplattform

  26. torben hoffmeister sagt: 2. Dezember 2013

    Hallo HUM
    877 und 3707 Unterzeichner hier, 154.000 dort. Wie das funktioniert ? Ganz einfach: Naturwissenschaftlich gebildete sind eher Zweifler, d.h. die überlegen sich genau, ob der Inhalt einer Petition für sie auch rationell belegbar ist. Im Zweifel zeichnen sie nicht gegen, weil sie es eben nicht abschätzen können. Der weitaus bedeutende Grund besteht allerdings darin, dass die nicht so viel Zeit haben, jede Petition zu verfolgen, zu lesen und erst gar nicht solche wissenschaftsfernen Netzwerke wie campact aufzubauen, wo das einzige Ziel darin besteht, mit Masse zu punkten. Das Schema solcher Unterzeichnungslawinen ist doch immer dasselbe. Es ist eine Art Schneeballsystem, bei dem ein Netzwerk sofort das nächste benachrichtigt und da sich alle so prima in ihrem einfach gestrickten Koordinatensystem verstehen, wird alles, was über die vertraute Schiene daherkommt auch gegengezeichnet, egal ob man den Inhalt beurteilen kann. Das ist der Vorteil des emotionalen gegenüber dem rationalen. Dagegen kommen wissenschaftsbasierte Argumente nur schwer an, wie in der Diskussion um Gentechnik bei Pflanzen und im Lebensmittelbereich zu spüren ist. Deshalb braucht es einen solchen Leuchtturm wie transgen, der unaufgeregt und beständig Fakten aussendet und sich auch von dichter Vernebelung nicht beirren lässt

  27. Michael Haß sagt: 9. Dezember 2013

    N’Abend allerseits,

    ich denke, einen nicht unwesentlichen Beitrag zu der wissenschaftsfeindlichen Stimmung, wie “hope” sie hier ausbreitet, hat auch der jahrzehntelange Einfluss von Geisteswissenschaftlern (u.a. Deutschlehrern) an unseren Schulen, die dem Nachwuchs mittels “Homo faber”, “Leben des Galilei” und den “Physikern” eingebläut haben, dass Wissenschaftler mit rücksichtslosen Weltzerstörern gleichzusetzen sind.

    P.S.: Ist jemand der hier postenden Wissenschaftler beim “Forum Grüne Vernunft” oder der “Allow Golden Rice”-Kampagne engagiert? Inwiefern kann man sich dort als naturwissenschaftlicher Laie (bin Deutsch- und Ethiklehrer) einbringen, von Geldspenden einmal abgesehen?

  28. Thorsten sagt: 15. Dezember 2013

    Dank des BUND habt ihr nun einen “GenFreund” mehr.
    Im Zuge einer Glyphosdiskussion bin ich auf zahlreiche wissenschaftliche Blogs gekommen und habe meine Bedenken gegenüber der GG verloren.
    Vorher war ich reiner mediengetragener Bedenkenträger ;)

    Klasse sind die Kommentare, ist die Diskussion bei der “Expertin”

    Wünsche Euch ein frohes Fest und das es irgendwann mal eine Aufklärung der Verklärten gibt.

  29. Hans-Jörg Jacobsen sagt: 13. Januar 2014

    An alle Gegner der grünen Gentechnik und zur Befeuerung dieser Debatte: Ich bin stolz darauf, unterhalb der Wahrnehmung Eures Radars in den letzten Jahren zusammen mit meinen Kollegen und Kolleginnen an der Leibniz-Universität Hannover zahlreiche junge Wissenschaftler aus Entwicklungsländern – auf deren Wunsch, übrigensnund ausschliesslich mit öffentlichen Mitteln – in den Methoden der grünen Gentechnik ausgebildet zu haben. Das Knowhow – Ihr mögt sagen: “das Böse” ist somit in der Welt. Und das ist gut so. Wir haben daneben ein vorzügliches internationales Netzwerk aufgebaut und pflegen es. Und das macht Spass und ist intellektuell anregend. Wir haben auch erlebt, wie eine perfide Strategie von Greenpeace und anderen faktenresistenten Organisationen aus dem agrar-romantischen Milieu auf eine willfährige populistische Politik traf und das erfolgreiche aufklärerische Projekt HannoverGen denunziatorisch kaputt machte. Die u.a. auch gegen mich gerichteten öffentlichen persönlichen Anwürfe in Zusammenhang mit HannoverGen (“übler Monsato-Lobbyist”), die mich übrigens an Kampagnen erinnerten, wie man sie sonst nur aus dem Nazi- und Neonazi-Lager kannte, haben meine Bereitschaft gestärkt, weiter zu machen, nur halt vorerst nicht mehr in diesem Zipfelmützenland, sondern in Nordamerika. Dort laufen unsere Freisetzungen, übrigens: auch unter Eurem Radar. Lasst euch sagen: Die Kirche hat die Ideen der Aufklärung nicht aufhalten können, Ihr, liebe Gegner der grünen Gentechnik, werdet nicht den notwendigen Fortschritt in der Landwirtschaft aufhalten. Rechnet einfach mal damit, dass Ihr Euch sehr bald sehr kritischen Fragen stellen werden müsst. Das soll keine Drohung sein, sondern nur ein freundlicher Hinweis. Wenn man, wie ich, schon kein Gutmensch sein will, ist man doch immerhin auch kein Unmensch.
    Cheers!

  30. Wenke Ludwig sagt: 2. April 2014

    Die Meinungen vor mir habe ich mir gar nicht erst durchgelesen.

    Als Biologiestudentin mit dem Schwerpunkt auf Pflanzenbiochemie und -genetik finde ich ganz großartig was sie machen! Da ich genau das auch nach meinem Studium machen wollte habe ich mal recherchiert was es an objektiven Informationsquellen eigentlich noch gibt und bin leider erst nach längerem Suchen auf ihre Internetpräsenz gestoßen.

    Wenn ich mit Professoren rede, erzählen die nur, dass es immer weniger Fachleute gibt die sich bereit erklären die Strapazen der öffentlichen Debatte auf sich zu nehmen. Ich finde das fatal, da die grüne Gentechnik, abgesehen von der Politik die große Konzerne wie beispielsweise Monsante betreiben, auch großes Potential besitzt und “gut” sein kann, als Beispiel soll an dieser Stelle nur “Golden Rice” genannt werden.

    Ich bin Studentin, mich hat niemand gekauft. Ich komme aus einem politisch Linken Spektrum. Während meines Studiums habe ich die Pflanzen für mich entdeckt und meine ehemals totale Anti-Haltung gegenüber der Gentechnik absolut verloren. Ganz alleine das Wissen, welches ich während meines Studiums mir erlesen habe, hat meine Haltung verändert und mich macht es traurig und wütend dass der öffentliche Diskurs hauptsächliche von Soziologen, Philosophen und geistlichen geprägt ist, denen zum Teil ganz offensichtlich sogar das Abiturniveau der Biologie fehlt. Die Wissenschaft hat kaum Einfluss in den Diskurs. Das ist nicht nur in der Gentechnik so sondern in allen Themen, die die Natuwissenschaften betreffen. Leider. Wenn Gesellschaftswissenschaftler sich anmaßen ohne Fachwissen über Naturwissenschaften zu Urteilen macht es das Studium der Biologie, Chemie und Physik überflüssig. Das ist traurig. Mich macht das traurig, weil es mein hartes Studium entwertet.

    Während meines Studiums ist mir mehrfach aufgefallen, dass es zwischen Forschung und Gesellschaft kaum “Vermittler” gibt, deshalb unterstütze ich das was sie tun mit größtem Respekt!

    Mit besten Grüßen

  31. Gerd Spelsberg sagt: 2. April 2014

    Das freut uns. Tut richtig gut. Wir sind da eher an Kritik gewöhnt.

  32. torben hoffmeister sagt: 3. April 2014

    Wenke Ludwig
    Ja Wissen bildet und daher muss man sich vehement gegen alle Entwicklungen insbesondere aus dem grünen Spektrum (dem ja die meisten Soziologen, Philosophen etc. zuzurechnen sind) wehren, Wissensvermittlung aus ideologischen Gründen oder weil es einer „political correctness“ nicht entspricht, zu unterbinden – siehe Hannover-Gen oder jetzt in BW Biologie zugunsten eines Faches wie „Naturphänomene“ zu verbannen.
    „Die Wissenschaft hat kaum Einfluss in den Diskurs. Das ist nicht nur in der Gentechnik so sondern in allen Themen, die die Natuwissenschaften betreffen.“
    Das ist nicht überall so. Dort wo die Wissenschaft auf den gerade vorhandenen mainstream trifft, wird sie geradezu hofiert und mit Geldern überschüttet – siehe Klima und EE-Systeme – übrigens nicht gerade im Interesse der Grundsätze von Wissenschaft. Das liegt an der großen Meinungsmacht der nicht demokratisch legitimierten NGO`s . Genau das, was sie den sog. Klimaskeptikern vorwerfen (Missachtung eines bestehenden wissenschaftlichen Konsens) betreiben sie im Fall der Gentechnik selbst. Handeln nach dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ ist eben allen Glaubensrichtungen, nicht nur den religiösen gemein.

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