Oettinger ohne Gentechnik.
Ein Billig-Bier will gut sein

23. März 2013 | von:

Oettinger Bier: ohne Gentechnik

Oettinger Bier, das ist Kult, aber ein merkwürdiger. Und jetzt kommt es als erstes deutsches  Bier mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel daher. Die Oetti-Fans, wie sich die getreue Gefolgschaft der Marke nennt, nehmen es hin wie alles, wenn es ihr Bier nur nicht teurer macht. Für die Oettinger-Brauerei ist dagegen „Ohne Gentechnik“ äußerst praktisch: Es liftet das etwas heruntergekommene Image, kostet aber nichts außer den nun plötzlich und gegen alle Unternehmensphilosophie grün eingefärbten Kronkorken. Man muss für das Siegel auch nicht die Rohstoff-Lieferanten wechseln. Aber das Billig-Bier wird plötzlich gut und moralisch aufgewertet. Es gibt vor, besser, verantwortungsvoller zu sein als die Konkurrenz, die nun dasteht, als würden ihre Biere „mit Gentechnik“ gebraut.

Das Billige, Pröllige ist der bewusst gepflegte Oettinger-Markenkern. Die Brauerei, so die immer wieder kolportierte Geschichte, verzichtet auf Fernsehwerbung und teure Kampagnen, spart das Geld für bedruckte Kronkorken (so war es bisher) und umgeht den Zwischenhandel – und das alles, damit die Oetti-Fans ihr Bier so billig wie möglich bekommen. Vor ein paar Jahren war der 20er Kasten Oettinger-Pils noch für unschlagbare 3,80 € zu haben. Heute muss der Biertrinker zwar 2 bis 3 € mehr dafür zahlen, aber es kostet immer noch die Hälfte der bekannten Markenbiere. Seit vielen Jahren ist Oettinger mit großem Abstand das meist getrunkene Bier in Deutschland.

Die oft persönliche Bindung der Trinker an ihr Oetti wird durch die PR-Strategen der Brauerei  nach Kräften unterstützt. Es gibt unzählige Fanclubs, zahlreiche Fansongs von Rap bis Bierzeltgröhlerei und eine unfassbar niveau- und geschmacklose „offizielle“ Fanseite bei Facebook. Oettinger erweckt den Eindruck, als sei es das wichtigste Unternehmensziel, gegen alle Widerstände in der Branche Bier so günstig anzubieten, dass es sich jeder leisten kann– auch wer sonst auf jeden Euro schauen muss. Billig-Bier als soziale Tat.

Oettinger-Bier polarisiert. Es gibt nur treue Fans und abgrundtiefe Hasser. Für den „gehobenen“ Biertrinker ist Oettinger „eines der asozialsten Biere unserer Zeit“, eine „Plörre“ (und das ist noch eine harmlose Wortwahl), die Kopfschmerzen macht. Bei einer Verkostung wird der „leicht staubige Antrunk“ moniert. „Dann trink doch dein überteuertes Fernsehbier“, kontern stereotyp die Oetti-Fans.

Aber irgendwann stößt das trotzig gepflegte Pröll-Image an seine Grenzen. Ohne neue Marketing-Akzente wird es Oettinger wohl kaum gelingen, in einem seit Jahren schrumpfenden Biermarkt die derzeitige Jahresproduktion von gut 6 Millionen Hektoliter zu halten. Aber wie neue Käuferschichten gewinnen ohne den harten Kern der Oetti-Fans zu verprellen? Mehr Qualität, mehr Werbung, ein neuer Anstrich für die Marke – das kostet viel Geld und verdirbt das Billig-Image.

Aber es gibt ja das „Ohne Gentechnik“-Siegel, 2009 von Landwirtschafts- und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) aus  der Taufe gehoben und inzwischen unter der Obhut des „Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik” (VLOG). Als Oettinger als erste Brauerei das Siegel auf seine Bierflaschen klebte, war das Presseecho groß. Selbst der Spiegel berichtete.

Bisher wird das Siegel von etwa 150 meist kleineren Betrieben genutzt, vor allem für Eier, Milch und Molkereiprodukte. Hier sind die Bedingungen des Siegels vergleichsweise einfach einzuhalten, da in erster Linie die Verwendung von gentechnisch veränderten Futtermitteln auszuschließen ist. Bei anderen Produkten mit längeren und komplexen Zulieferketten ist das deutlich schwieriger. Die Hersteller scheuen sich, ihre Produkte mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel zu versehen, weil kaum jemand eine Garantie dafür übernehmen kann und jeder klitzkleine Gentechnik-Fund das Vertrauen in die betreffende Marke nachhaltig beschädigen würde.

Oettinger Bier ohne Gentechnik

Oettinger-Bier: Ohne Gentechnik-Etikett. Ein “Gütesiegel des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz”?

Bier hingegen ist ein Sonderfall. Nach dem deutschen Reinheitsgebot gebrautes Bier „gilt generell als das sauberste Lebensmittel“ (Oettinger) mit „absolut reinen Rohstoffen“ – nichts als Wasser, Gerstenmalz (bzw. Weizen bei Weizenbier), Hopfen und Hefe. „Ohne Gentechnik“ sind sie alle: Weltweit gibt es weder gentechnisch veränderte Gerste noch gentechnisch veränderten Hopfen, und zumindest in der EU auch keine gentechnisch veränderte Hefe. Und experimentelle Freilandversuche mit gv-Gerste sind an einer Hand aufzuzählen, in Deutschland jedenfalls keine. Und aus den USA, wo mehr Forschungsprojekte mit gv-Gerste zu verzeichnen sind, wird Oettinger seine Braugerste wohl nicht importieren.

Jedes nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraute Bier ist heute „ohne Gentechnik“. In dieser Hinsicht unterscheiden sich die großen Biermarken in nichts von kleinen Öko-Bieren – und eben auch nicht von Oettinger.

Bei welchen Rohstoffen besondere Gentechnik-Kontrollen durchgeführt werden, welche Maßnahmen die Brauerei ergriffen habe, um diese „Reinheit der Rohstoffe“ zu garantieren – bisher blieb Oettinger eine konkrete Antwort schuldig. Man spricht nebulös von der „wachsenden Globalisierung auf den Rohstoffmärkten“, von „möglichen Verunreinigungen und Kreuzkontaminationen“ und verweist auf ein „engmaschiges Kontrollsystem“. Nur: was wird eigentlich kontrolliert?

Oettinger hat sich mit seinem „Ohne Gentechnik“-Coup in eine Sackgasse manövriert: Entweder ist das Bier tatsächlich nach dem Reinheitsgebot gebraut, dann ist das „Ohne Gentechnik“-Siegel Werbung mit Selbstverständlichkeiten und Verbrauchertäuschung. Oder aber für Oettinger werden wie bei ausländischen Bieren Enzyme und weitere Zutaten verwendet. Diese können durchaus mit oder aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt sein. Ein „Ohne Gentechnik“-Siegel würde anzeigen, dass solche Zutaten und Enzyme „mit Gentechnik“ ausgeschlossen sind. Aber dann wäre das Reinheitsgebot, mit dem Oettinger stolz auf jeder Flasche wirbt, die  Täuschung.

Nicht nur das. Oettinger wertet auch das „Ohne Gentechnik“-Siegel ab. Es prangt aufdringlich auf einem Produkt, das sich weder stofflich von anderen Bieren unterscheidet, noch in Bezug auf die Anwendung der Gentechnologie. Der einzige Zweck des Siegels ist es, ein Billig-Produkt aufzuwerten, als sei es von höherer Qualität, hergestellt mit besonderer Verantwortung für Umwelt, Natur und Gesundheit.

Aber dass es funktioniert – dass „ohne Gentechnik“ den Anschein des Guten und Natürlichen verleiht, alles, was „mit Gentechnik“ sein könnte, das Gegenteil davon – das ist eine andere Geschichte.

 

Kommentare

  1. Gerd Spelsberg sagt: 25. März 2013

    Es gibt diese schöne Internetseite http://www.lebensmittelklarheit.de, betrieben von Verbraucher Zentrale Bundesverband und finanziert vom BMELV. Dort habe ich Oettinger bier “ohne Gentechnik” als unzulässige Werbung mit Selbstverständlichkeiten eingestellt.

    Hier die Antwort (steht aus welchen Gründen auch immer nicht online):

    Wir haben geprüft, ob wir die Werbung abmahnen wollen, haben uns aber aus folgenden Gründen dagegen entschieden:

    - Ein Gerichtsverfahren des vzbv zur Werbung mit Selbstverständlichkeiten ist noch nicht abgeschlossen. Wir wollen für ähnliche Verfahren erst das Ergebnis abwarten.

    - Es scheint so zu sein, dass Bier gibt (im Ausland), bei dem bereits gentechnisch veränderte Pflanzen genutzt wurden: http://www.bier-ohne-gentechnik.de/index.php?id=9#c8

    - Wenn nur für Biere , die nach dem Reinheitsgebot gebraut sind, eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten vorliegt, nicht für importierte Produkte, wird sich eine Abmahnung/Klage vermutlich schlecht durchsetzen lassen. Denn bezogen auf die gesamte Produktpalette, die dem Verbraucher zur Verfügung steht, handelt es sich dann nicht um eine Selbstverständlichkeit.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihre Online-Redaktion von Lebensmittelklarheit.de

    Ich hake da noch mal nach….

  2. Peter Langelüddeke sagt: 26. März 2013

    Es ist schon doll, wie Oettinger wirbt. So z.B. unter http://oettinger-bier.de/ohne-gentechnik/
    Da heißt es unter der Überschrift Warum hat sich OeTTINGER zur Einführung des Siegels entschlossen?

    „OeTTINGER stellt hohe Anforderungen an die Qualitätssicherung. Im Sinne unserer Kunden haben wir uns 2012 zu diesem weitreichenden Schritt entschieden, um zu signalisieren, dass wir beim Herstellungsprozess auf hohe Qualität und Transparenz achten – vom Rohstoff bis zum Endprodukt. Wir möchten damit das Vertrauen, das uns unsere Kunden entgegenbringen, weiter stärken und sehen die Einführung des Siegels in der Branche als aktive Fortschreibung des traditionellen deutschen Reinheitsgebots“.

    Gentechnikfreiheit als „Fortschreibung des traditionellen deutschen Reinheitsgebots“ anzupreisen, ist nein starkes Stück Verbraucherverdummung. Das Reinheitsgebot von 1516 wurde vom bayrischen Herzog Wilhelm IV. erlassen, weil zum Teil abenteuerliche Mixturen verwendet wurden um dem Bier Geschmack zu verleihen, mit manchmal nicht unbedingt bekömmliche Zutaten wie Anis, Eichenblätter, Efeu, Herbstzeitlosen-Samen, Kümmel, Lavendel oder Löwenzahn Da musste endlich mal Ordnung geschaffen werden, und es war klar: Gerste, Hopfen und Wasser, mehr darf nicht verwendet werden. Von Hefe konnte der wackere Herzog nichts wissen. Die flog in den Braustuben einfach so dazu. Dort wurde ja auch Brot gebacken (Hinweis auf Rumpelstilzchen: „Heut back’ ich, morgen brau’ ich, übermorgen …“). Dabei spielte Hefe eine Rolle, ohne dass die Menschen das damals wissen konnten. Und obwohl Hefe im Reinheitsgebot nicht genannt wurde und nicht genannt werden konnte, verwenden die Brauer überall in Deutschland und im Rest der Welt ganz selbstverständlich Hefe. Ohne dass sich irgendjemand darüber ereifert.

    Natürlich konnte Herzog Wilhelm IV. 1516 noch nichts von modernen Züchtungsmethoden und schon garnichts von Gentechnik wissen, und auch nicht von Mineraldüngern oder Pflanzenschutzmitteln, nichts von Traktoren oder Mähdreschern. Was der wohl für Augen gemacht hätte, wenn er heutige Hochzuchtsorten im Anbau gesehen hätte!

    Dazu zwei kleine Stories.

    Auf einem Wochenmarkt fand ich vor einigen Jahren einen Bäcker mit einem attraktiven Angebot verschiedener Brotsorten. Der gute Mann hatte aber ein großes Schild stehen mit der Behauptung „Wir genmanipulieren nicht!“ Darauf angesprochen fantasierte er etwas von genmanipulierten Getreide-Arten und wollte sich nicht davon abbringen lassen, dass er garnicht in der Lage ist zu „genmanipulieren“. Er wollte auch nicht verstehen, dass seine Behauptung unseriöse Werbung sei, da sie unterstellte, dass andere benachbarte Anbieter irgendwie gentechnische Methoden verwendeten oder verwenden könnten. Ich habe ihm dann nichts abgekauft.

    Am Monsanto-Stand auf den DLG-Feldtagen 2004 wurde ich auf eine kleine schwedische Brauerei aufmerksam gemacht, die sich für ihren Mais (im Ausland wird ja auch Mais zum Brauen verwendet) eine Partie MON810-Mais aus Deutschland besorgt hatte und auch damit warb. Im Sommerurlaub in Süd-Schweden rief ich den Brauer an, der mir stolz erzählte, dass Medien auf ihn aufmerksam geworden waren, darunter sogar die BBC. Ich hatte dann in mehreren staatlichen Alkoholgeschäften (Systembolaget) in der Region vergeblich versucht, ein paar Flaschen zu bekommen, bis ich in einem die letzten 5 Flaschen mitnehmen konnte. Der Inhalt schmeckte aber etwas sehr fremd. Leider habe ich die Internetseite der Brauerei nicht wiederfinden können.

    Wie ist das eigentlich mit dem „Verband Lebensmittel ohne Gentechnik“? Sollte der nicht auch darauf achten, dass unseriöse Werbung unterbleibt – in eigenem Interesse?

  3. Gerd Spelsberg sagt: 27. März 2013

    Oettinger erhält offizielles Gütesiegel. Das können doch die Konkurrenten (die großen wie die kleinen) nicht einfach so durchgehen lassen.
    http://www.bild.de/partner/ratgeber/gemeinsame-aktionen/oettinger-ohne-gentechnik-jetzt-mit-gruenem-guetesiegel-29397044.bild.html
    (Scheinbar redaktioneller Text und daneben Werbung!)

  4. Gerd Spelsberg sagt: 19. April 2013

    Ich hatte weiter oben schon von meiner ersten Anfrage an die vom Bundesverband Verbraucherzentralen betriebene, vom BMELV finanzierte Internetplattform http://www.lebensmittelklarheit.de berichtet. Und vor der Antwort, dass es sich beim “ohne Gentechnik”-Siegel für Oettinger Bier nicht um “Werbung mit Selbstverständlichkeiten” handele.

    Weil inzwischen die Oettinger Werbung mit dem “ohne Gentechnik”-Siegel (“Grünes Siegel, gutes Gewissen”) immer aufdringlicher wird, habe ich noch einmal nachgehakt.

    Das habe ich an Lebensmittelklarheit gemeldet:

    …Es handelt sich dabei um eine irreführende Werbung – in mehrfacher Hinsicht.
    Oettinger-Bier ist nach dem Reinheitsgebot gebraut und darf daher neben Wasser nur die Zutaten Gerstenmalz, Hopfen und Hefe enthalten. Weltweit sind bei keinem dieser Zutaten gentechnisch veränderte Organismen zugelassen, in Deutschland gibt es auch keine Freilandversuche mit gv-Gerste. Es besteht bei diesen Zutaten keine Möglichkeit gentechnischer Verunreinigungen. Gentechnische Anwendungen sind jedoch bei Enzymen und anderen Zusatzstoffen möglich. Diese sind jedoch nach dem Reinheitgebot (das Oettinger für sich in Anspruch nimmt) nicht erlaubt.
    Das Etikett von Oettinger-Bier enthält die Aussage: “Das erste Bier mit dem Gütesiegel des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.” Bei dem “ohne Gentechnik”-Siegel handelt es sich weder um eine Gütesiegel, noch wird es vom BMELV vergeben.

    Und das ist die Antwort:

    Sie hatten sich mit dem ersten Teil Ihrer Beschwerde bezüglich der Werbung mit “ohne Gentechnik” auf einem nach dem Reinheitsgebot gebrauten Bier bereits an den Forumsbereich des Portals gewendet. Unsere Einschätzung, dass es sich nicht um eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten handelt, hat sich seit dem nicht geändert.
    Ihren zweiten Kritikpunkt, dass es sich bei dem “ohne Gentechnik”-Siegel nicht um ein Gütesiegel handelt und es auch nicht vom BMELV vergeben würde, haben wir auf eine Abmahnung hin prüfen lassen. Unsere juristische Beratung sieht keine guten Chancen für eine Abmahnung, da es für Verbraucher nicht primär relevant ist, dass es sich streng genommen nicht um ein Gütesiegel handelt. Wesentlich ist eher, was der Verbraucher darunter versteht. Ähnlich schätzen wir den Punkt “vom BMELV vergeben” ein. Es ist streng genommen zwar nicht korrekt, aber das BMELV ist direkt an der Umsetzung/Einhaltung der Vergabe des Siegels “Ohne Gentechnik” beteiligt.
    Daher sehen wir keine Chance für eine Abmahnung und kein gravierendes Täuschungspotenzial durch die gewählten Formulierungen.

    Ich will die Antworten (die bisher nicht auf http://www.lebensmittelklarheit.de eingestellt wurden) nicht weiter kommentieren. Aber das ist schon merkwürdig: Das “ohne Gentechnik”-Siegel ist eigentlich kein Gütesiegel, aber die Verwendung dieser Behauptung in der Werbung ist dennoch rechtlich nicht zu beanstanden, weil viele Verbraucher meinen, es sei ein Gütesiegel – das ist schon merkwürdig. Wenn der Verbraucher keine Ahnung hat, dann darf man ihn also ruhig betrügen….

    Dabei geht es doch um Klarheit und Wahrheit. Große Worte.
    http://www.bmelv.de/DE/Ernaehrung/Kennzeichnung/Lebensmittelklarheit/lebensmittelklarheit_node.html

    (Vielleicht findet sich ja ein Rechtsanwalt, der das nicht auf sich beruhen lassen will.)

  5. Sebastian Fettig sagt: 21. April 2013

    Könnte es sein, dass es nur daran liegt, dass die Verbraucherzentralen mit ihrem Vorstand Billen sowieso auf der Anti-Gntechnik-Linie liegen?

  6. torben hoffmeister sagt: 24. April 2013

    Das ist das übliche Grün-Denkmuster des Anlegens verschiedener Maßstäbe: Gentechnik in Lebensmitteln ist pfui, da darf man schon ein bisschen täuschen und tricksen, um das auf alle Fälle zu vermeiden. Letztlich ist ja auch die Kenzeichnung „ohne Gentechnik“ ein reines Täuschungsmanöver, denn ein bisschen Gentechnik ist bei der Fütterung ja erlaubt. Diese krumme Sache wird ausgerechnet von den Verkündern der reinen Lehre a la Nulltoleranz befürwortet. Ist eben Zwiedenken.

  7. André de Kathen sagt: 26. April 2013

    …sicher gab es auch schon den Versuch, Bio-Zigaretten zu verkaufen – mit Tabak aus kontrolliertem, ökologischen Anbau. Ich stelle mir nur vor, wie ein Bio oder ohne Gentechnik Siegel neben den bekannten Warnhinweisen steht.
    Der Konsum von Alkohol wird mit etwa einer halben Milliarde pro Jahr beworben – und Oettinger ist unter Jugendlichen schon allein des Preises wegen sehr beliebt.
    Ich muss nicht auf die erhöhte Neigung zur Ausführung von Kapitalverbrechen (Vergewaltigung, Totschlag etc.), zur Gefährung des Straßenverkehrs, zur Schädigung von ungeborenen Kindern verweisen. Ein Lebensmittel war Bier vielleicht noch zu Zeiten, als es kein sauberes Trinkwasser gab, jetzt sollte man es als das bezeichnen was es ist: ein billiges, gesellschaftlich weitgehend akzeptiertes Rauschmittel. Ich finde es gut, wenn auch noch auf den Kippenschachteln eine ohne Gentechnik-Siegel möglich wäre…
    Dann sollte wirklich jeder Mensch verstanden haben, dass diese Siegel nichts mit Gesundheit zu tun haben und nur ein Qualität beschreiben (also eine Eigenschaft, keine Aussage über “gut” oder “schlecht”).

  8. Gerd Spelsberg sagt: 13. Mai 2013

    Gerade habe ich noch eine weitere Nachricht von lebensmittelklarheit.de erhalten: Also alles in Ordnung mit dem “ohne Gentechnik”-Label bei Oettinger Bier und der Art und Weise, wie damit Werbung betrieben wird. (Ich habe allerdings weiter meine Zweifel, ob das das tatsächlich gerichtsfest ist. Mich würde mal interessieren, was die Rechtsabteilungen der Konkurrenten von Oettinger dazu sagen.)

    ….zu Ihrem Kritikpunkt, dass das “ohne Gentechnik”-Siegel nicht vom BMELV vergeben würde, liegt uns nun die Einschätzung des BMELV selbst vor:
    ” Das BMELV ist Markeninhaber der deutschen Wort-/Bildmarke DE302009045422 „Ohne GenTechnik“ (Vertragsmarke). Das BMELV hat dem Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e. V. die Nutzungsrechte dieser Wort/Bildmarke im Rahmen eines Markennutzungsvertrages übertragen. Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e. V. vergibt daher die Nutzungsrechte an den Vertragsmarken an Dritte nach Maßgabe des zu Grunde liegenden Markennutzungsvertrages und unter Einhaltung der gesetzlichen Voraussetzungen. Das Ohne Gentechnik-Siegel ist also ein Siegel des BMELV.”

    Damit liegt auch in diesem Punkt kein Täuschungspotenzial vor und wir verfolgen die Beschwerde nicht weiter.

    http://www.lebensmittelklarheit.de/

  9. Gerd Spelsberg sagt: 14. Mai 2013

    Das lief mir gerade über den Weg: Mit höchst-richterlichem Segen ist es erlaubt, natürliches Mineralwasser mit Bio-Siegel zu verkaufen. Die Begründung ist schon erstaunlich…. http://www.test.de/Biomineralwasser-Mineralwasser-kann-Bio-sein-4442517-0/
    So ähnlich, werden sich die Oettinger-Leute gedacht haben, werden wir auch argumentieren, wenn es Klagen gegen das ohne-Gentechnik-Siegel gebe sollte.

  10. Hobby sagt: 31. Mai 2013

    Oettinger ist das Coca Cola des 21. Jahrhunderts, wird über alle Gesellschaftsschichten gesoffen und ist sowieso, wie jede andere Plörre auch, ohne Gentechnik (in D). Das ist ein echter Geniestreich von Oettinger mit dem “Genfrei” da sind noch nicht einmal die ganzen hochbezahlen Oetker Buben und Mädels mit ihren Radeberger, Jever, Schultheiss, Clausthaler, Schöfferhofer und all dem anderen Schei** was die in die Flaschen und Fässer füllen drauf gekommen. Oettinger hat bewiesen, dass man ein sehr gutes, Gentechnik freies Bier für weit unter 50 EUR/HL produzieren und distriburieren kann. Hierfür eine riesengrosses DANKESCHÖN an Oettinger !

  11. Dr. ED van Schleck sagt: 30. Oktober 2015

    Warum sollte man Oettinger abmahnen?
    Es wird hier gar nicht mit selbstverständlichkeiten geworben.
    Die meisten Biere verweden Hopfenextrakt.
    Dieses Hopfenextrakt wird überwiegend aus den USA oder China impoetiert.
    Wie die USA ja mit genmanipulierten Lebensmittel umgeht,(Monsanto und Co) bedarf ja keiner weiteren Erläuterung.
    Wenn Oettinger Bier ohne Extrakte produziert, ist dies nicht nur lobenswert sondern bedarf auch noch einem Hinweis.
    Da sollten sich mal einige Großbrauereien eine Scheibe abschneiden.
    Ich persönlich kaufe nur noch Bier ohne Extrakte..

  12. Dr.ED van Schleck sagt: 2. November 2015

    Nun muss ich mich wirklich schämen. Ich habe mich von der Oettinger Werbung ohne Gentechnik wirklich sehr beeinflussen lassen.
    Was muss ich sehen?? Zutaten: Brauwasser Gerstenmalz und ” Hopfenextrakt”
    Also noch nicht mal Hopfen– Das Bier vom Lidl und Aldi ist bis jetzt noch rein auf Hopfen..
    Also bleibt das Oettinger Gesöff schön an der Tanke oder wo man es sonst bekommt schön im Regal stehen.. Wenn Bier dann richtiges Bier.. Wo der Hopfen von dem Aldi und Lildl Bier herkommt weiß ich nicht. Aber ich merke es wird spannend

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