Gentechnik-Mais 1507: Warum etwas verbieten, was niemand haben will?

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10. Januar 2014 | von: Gerd Spelsberg

In den nächsten Tagen muss die EU- und das heißt auch jeder einzelne Mitgliedsstaat – entscheiden, ob der gentechnisch veränderte Mais 1507 für den Anbau zugelassen werden soll. Es wäre – mal abgesehen vom Intermezzo mit der längst schon wieder verschwundenen Amflora-Kartoffel – seit sechzehn Jahren die erste gentechnisch veränderte Pflanze, deren Anbau in der EU grundsätzlich genehmigt würde. Eine eindeutige politische Entscheidung – dafür oder dagegen – hätte eine große symbolische Bedeutung. Und entsprechend hoch geht es her. Wie immer beschwören die Gentechnik-Gegner „unkalkulierbare Gefahren“ und das „Ende einer gentechnik-freien Landwirtschaft“. Ihre Kampagne - Unterschriften, Petitionen und auch… Mehr 

Was ist ein gentechnisch veränderter Organismus? Wenn die Forschung die Gesetze überholt

Regenerierende Tabakpflanzen nach Transformation

12. Juli 2013 | von: Heike Baron

Was ist ein gentechnisch veränderter Organismus? Laut Gentechnikgesetz ist es „ein Organismus, dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt“ (§3).  Weiterhin ist gesetzlich festgelegt, dass für den Umgang mit diesen Organismen besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten, vor allem dann, wenn sie in die Umwelt entlassen werden, und dass Produkte, die daraus hergestellt werden, gekennzeichnet werden müssen, um den Verbrauchern Wahlfreiheit zu ermöglichen. Bis auf die Kennzeichnungspflicht steht all das bereits im ersten Gentechnikgesetz, das 1990 verabschiedet wurde. Damals bezog sich das Gesetz in erster Linie auf Mikroorganismen.… Mehr 

Gescheitert.
Petition für unabhängige Risikoforschung im Bereich Bio- und Gentechnik

StRin Ulli Sima; Gilles-Eric Seralini; Christoph Then

18. Juni 2013 | von: Gerd Spelsberg

Eine Bundestagspetition für „Unabhängige Risikoforschung zu gentechnisch veränderten Pflanzen“ ist gescheitert: Nur knapp 3500 Unterzeichner kamen innerhalb von vier Wochen zusammen. Das Quorum von 50.000, bei dem sich der Bundestag mit dem jeweiligen Thema beschäftigen muss, wurde um Längen verfehlt. Erstaunlich, wo doch die in der Gesellschaft virulente Abneigung gegen die Agro-Gentechnik sich sonst bei jeder Gelegenheit in langen Unterschriftenlisten niederschlägt. Das Misstrauen gegen Behörden und die „offizielle“ Wissenschaft ist groß und der Vorwurf allgegenwärtig, sie seien mit der Agroindustrie verbandelt (wenn nicht gar von ihr gekauft). Eigentlich ein leichtes Spiel, um Politik und vor allem die wissenschaftsnahen Behörden… Mehr 

Bist Du für oder gegen Gentechnik? Falsche Frage, falsche Politik

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1. März 2013 | von: Gerd Spelsberg

„Das Projekt HannoverGen wird beendet.“ Dieser lapidare Satz aus dem Koalitionsvertrag der neuen rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen ist nicht unwidersprochen geblieben. Vor allem Lehrer und Schüler sind konsterniert, dass einem erfolgreichen, für den naturwissenschaftlichen Unterricht so wichtigen Projekt die Gelder gekappt werden sollen. Die seit Jahren ausgebuchten Labore an den Schwerpunktschulen müssten dann wohl geschlossen werden und ein ausgezeichneter „Ort der Ideen“ würde einfach von der Landkarte gestrichen. Doch inzwischen gibt es Protest und eine online-Petition mit einer Einladung an den neuen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), sich wenigstens „ein eigenes Bild zu machen“, bevor er das Projekt denn tatsächlich beendet. … Mehr 

Seid nicht so neugierig. Niedersachsens Schulen sind jetzt gentechnik-frei

Schülerexperimente, HannoverGEN

13. Februar 2013 | von: Gerd Spelsberg

Rot und Grün haben ihre Koalition in Niedersachsen schnell und geräuschlos ausgehandelt. Wenn nicht noch einer der Abgeordneten bei der Abstimmung bockt, dann wird Stephan Weil Ministerpräsident, der Diplom-Sozialwirt und „Bauernschreck“ Christian Meyer Agrarminister und Niedersachsen „ gentechnik-frei“. Und das bezieht sich nicht nur auf die Felder, sondern auch auf „Schulen und öffentliche Einrichtungen“. Damit ist wohl auch das Schicksal von HannoverGEN besiegelt, ein von der bisherigen Landesregierung gefördertes Projekt, bei dem Schülerinnen und Schüler in Biotechnologielaboren selbständig experimentieren können. Noch 2011 wurde HannoverGEN als „ausgewählter Ort“ im bundesweiten Wettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnet. Doch inzwischen ist der gute Ruf… Mehr 

Gentechnikfreie Regionen: Werbung mit Selbstverständlichkeiten

Gentechnikfreie Regionen

13. Oktober 2012 | von: Gerd Spelsberg

Der grüne Landwirtschaftsminister Alexander Bonde ist stolz: Nach mehreren anderen Bundesländern ist nun auch Baden-Württemberg dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten. Im Haus der Geschichte in Stuttgart unterzeichnete er feierlich die Beitrittsurkunde und setzte damit ein „deutliches Signal gegen Agro-Gentechnik  und für sichere Lebensmittel“. Aber – und dazu schweigen sich alle offiziellen Verlautbarungen aus: Was ändert sich in Baden-Württemberg mit diesem Akt? Was ist jetzt nicht mehr möglich, was vorher möglich war? Nichts, nicht das geringste. Baden-Württemberg ist ja nicht das erste Bundesland, auch Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und das Saarland haben sich schon gentechnikfrei erklärt. Die Presseabteilungen verkaufen das… Mehr